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Autor: Kerstin Kolvenbach

Tag 586-600 | Oaxaca, Sierra Norte, Tlacolula, Mitla, Hierve el Agua, El Tule, Monte Albán, Theotitlan del Valle, Santa Ana del Valle, San Sebastian de las Grutas, Oaxaca, Mexico

Tag 586-600 | Oaxaca, Sierra Norte, Tlacolula, Mitla, Hierve el Agua, El Tule, Monte Albán, Theotitlan del Valle, Santa Ana del Valle, San Sebastian de las Grutas, Oaxaca, Mexico

Von Metepec gings in einem Zug nach Oaxaca City. Jaro war mit dabei, Willow und Lee blieben noch eine Weile in Puebla für ihre Ersatzteile.

Gegen 16 Uhr kamen wir in der Stadt an. Wir hatten uns einen 24 Stunden Parkplatz in der Innenstadt ausgesucht und mussten uns durch so einige enge Gassen, an Markständen, fliegenden Händlern und kreuz und quer geparkten Autos vorbeiquetschen bis wir ankamen. Das was wir von der Stadt gesehen hatten sah schonmal vielversprechend aus. Am Parkplatz wurden wir von Ciro, dem Inhaber, begrüßt. Er suchte uns einen guten Platz im hinteren Teil des Parkplatz, stellte uns seinen Sohn, seine Frau, sein Huhn und noch einige weitere Leute vor und ab gings in die Stadt. Ciro hatte uns seine Telefonnummer gegeben, damit wir ihn abends anrufen können um uns das Tor zum Parkplatz zu öffnen.

Das erste was wir entdeckten war eine der vielen Kirchen Oaxacas. Nach einem raschen Blick hinein ging es weiter Richtung Marktplatz und Fußgängerzone. Hanno wollte unbedingt Chapulines (Grashüpfer) probieren und wurde hier auch direkt fündig. Er entschied sich für die Variante „große, fette Grashüpfer“ und bekam für umgerechnet 80 Cent eine große Hand voll. Allein beim Anblick wurde mir schlecht und Hannos Gesicht färbte sich auch ungewöhnlich schnell grün. Nach drei Exemplaren verkündete er, dass ihm diese in Essig eingelegte Variante nicht schmeckt. Also gings auf ernsthafte Nahrungssuche.

Wir fanden zu Hannos Freude eine Mikrobrauerei und es gab seit sehr langer Zeit nochmal westliches Essen. Burger für die Herren und Quiche mit Salat für mich. Das Bier war ok, aber nicht herausragend und so zogen wir frisch gestärkt weiter.
Die erste Bar an der wir vorbei liefen, hatte das Fenster auf und wir erblickten zwei Herren an Gitarre und Bass. Hervorragend! Live-Musik. Das war gefühlte Ewigkeiten her. Also rein da. Ich probierte die berühmte Heiße Schokolade von Oaxaca während Hanno und Jaro bei Bier blieben.

Wir schlenderten dann weiter durch die Stadt und entschieden, dass wir noch einen Feierabendtrunk brauchen. Also gings in eine weitere Bar, in der ebenfalls jemand live spielte. Der Typ an der Gitarre war echt gut und ich hätte ewig dort sitzen können. Wir hatten den letzten Tisch ergattert und freuten uns über günstige Cocktails und Kombos aus Bier und Mezcal. Mezcal ist der „neue“ Trend in Mexico. Er wird genau wie Tequila hergestellt mit dem Unterschied, dass jede Agavensorte verwendet werden kann (anstatt nur die blaue Agave zu verarbeiten, wie es bei Tequila Vorschrift ist). Mezcal schmeckt rauchiger als Tequila und Hanno sagt, ihm gefällt das Aroma und der Geschmack besser.
Um 22 Uhr wurden dann vorsichtig die Türen in der Bar geschlossen, da dann eigentlich Sperrzeit ist und die Polizei in den Straßen patrouilliert. Wirklich geschlossen wurde aber nicht. Ich glaube sie lassen dann nur keine neuen Gäste mehr rein. Wir tranken fleißig weiter und genossen die Stimmung der Stadt. Wir fühlten uns wohl und waren alle gut drauf.

Oaxaca als Stadt ist in ganz Mexico für ihr gutes Essen bekannt und wir hatten in einer ziemlich guten Serie bei Netflix zu Oaxacas Streetfood einen Tlayuda-Stand gesehen. Diese Spezialität wollten wir unbedingt noch probieren. Also liefen wir noch einen kleinen Umweg auf den Weg nach Hause zum Tlayudas de La Chinita. Wir hatten Glück und es war noch nicht ausverkauft. Wir zogen ein Nümmerchen und wurden wenig später aufgerufen. Wir wurden gefragt ob wir Chico (klein) oder Grande (groß) wollen und dachten zum Teilen wäre Grande gut. Sie zeigten uns dann Grande und das war ungefähr das Ausmaß von einem von Brunos Reifen. Dann doch lieber Chico. Danach gings nach Hause und nach einem kurzen Telefonanruf machte uns ein ziemlich zerknautschter Ciro das Tor zum Parkplatz auf. Wir hatten ein bisschen die Zeit vergessen und es war Mitternacht. Den Armen hatten wir wohl aus dem Bett geschmissen.
An den Autos aßen wir dann noch alle unsre Tlayudas und ja, verdammt, die waren richtig grandios! Und scharf. Bei einigen in unserer Reisegruppe brannte es zweimal.

Am nächsten Morgen hatten wir uns mit Jaro zum Frühstück verabredet. Hanno hatte eine Bäckerei in der Nähe gefunden die auch Frühstück anbietet. Oh ich war im Himmel! Süßes Gebäck, guter Café und frisch gepresster Grapefruit und Mandarinen-Saft. Hmmmm.
Danach kugelten wir nochmal eine Runde durch die Altstadt bevor wir uns auf in die Berge machten.

In der Sierra Norte fanden wir einen Spot im Wald an einem Fluss. Wir mussten uns den Weg ein wenig freischlagen, damit unser Dickerchen hinein passt. Wir fanden eine kleine Lichtung und machten uns gemütlich. Aus den geplanten paar Tagen wurde über eine Woche.
Willow und Lee kamen nach ein paar Tagen ebenfalls dazu. Sie hatten ihre Ersatzteile in Puebla nicht bekommen, aber jetzt einen Termin in einer Werkstatt in Oaxaca. Bis zum Tag des Termins kamen sie dann aber erst mal zu uns in die Berge.
Unsere Tage bestanden aus Wäschewaschen, Reifendachträger anbringen und so einigen langen Wanderungen den Berg 2,5 km hoch für Handyempfang. Wir telefonierten regelmäßig mit zu Haus, denn unserem Katerchen Brain ging es leider nicht besser. Zum Glück ist er bei Hannos Eltern gut aufgehoben und wir bekommen regelmäßig Updates aus dem Leben unserer Katzen.

Willow und Lee waren zur Werkstatt gefahren und hatten uns Aimee da gelassen. Wir vermuteten, dass sie eine Nacht weg bleiben würden und Aimee zog bei Jaro ein.
Sie war ziemlich übel gelaunt und machte Chico ein bisschen das Leben schwer. Auch an Tag zwei kamen die beiden nicht zurück und Aimee verschwand auf einen ihrer Streifzüge. Abends riefen wir nach ihr aber sie bleib dem Camp fern. Um 4 Uhr morgens hörten wir sie vor dem Camper miauen und ließen sie rein. Als wir die Türe wieder schlossen flippte sie aber total aus und wir ließen sie wieder raus. Jaro fand sie dann gegen 6 Uhr an seinem Auto und ließ sie rein. Tja, nicht so einfach mit der kleinen Diva.
Willow und Lee waren nicht aufgetaucht und wir beschlossen unser Programm so durch zu ziehen wie geplant und den beiden zu schreiben wenn wir Empfang haben. Jaro war also mit felligem Beifahrer unterwegs. Am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass Ruby es nicht die Berge hoch geschafft hatte. Die Kraftstoffpumpe hatte den Geist aufgegeben.
Erster Stop war Tlacolula, wo wir auf dem Markt Käse, Trockenfleisch und Gemüse kauften und ein Sandwich frühstückten.

Dann gings weiter nach Mitla. Das Städtchen hatten wir nicht auf dem Schirm, aber auf dem Weg zu den Ruinen erhaschten wir so manchen Blick auf eine sehr sympathisch wirkende Gemeinde.
Wir schlenderten über das Gelände der Ruine, waren aber nicht wirklich geflashed. Da hatte der Lonely Planet mit seinen Beschreibungen wohl ein bisschen übertrieben. In einer Stunde waren wir durch und gingen dann noch für Jaro und Hanno neue lange Leinenhosen shoppen. Die Verkäuferin schenkte uns dann noch Glücksbringer fürs Auto und wir können echt nur sagen, dass wir uns sehr willkommen fühlten.

Es ging weiter zum Hierve el Agua. Der Weg bis dort war spektakulär auf einer Passstraße durch die Berge. Von weitem konnte man den von Mineralien versteinerten Wasserfall schon sehen. 2 Km vor dem Ziel gabs dann eine Sperrung der Straße. Wegen COVID war die Durchfahrt für Touristen nicht gestattet. Das akzeptierten wir natürlich und traten de Rückzug an. Mit der Drohne flogen wir dann noch rüber um das Ganze zumindest aus der Luft zu sehen.

In den Bergen fanden wir dann einen Platz zum Campen und waren ganz happy mit dem Tag und was wir so erlebt hatten. Willow und Lee tauchten kurz vor Sonnenuntergang auf und Jaro sammelte schon mal Holz fürs Lagerfeuer.
Leider kam kurz darauf ein Ziegenhirte und gab uns zu verstehen, dass wir Viren-Schleudern hier nicht willkommen sind und wir den Platz unverzüglich verlassen sollen. Schade… wir landeten am Ende dann wieder in Mitla im Hof eines Hotels, wo wir übernachten durften.

Von Mitla aus machten Hanno und ich uns auf dem Weg nach Oaxaca. Der Rest hatte andere Pläne und wir sagten erst mal Tschüss.
Erster Stop auf dem Weg zurück war El Tule wo der Baum mit dem größten Stammumfang der Welt steht. Aber auch hier war der Zugang nicht gestattet. Wir versuchten mit Räuberleiter ein bisschen mehr zu sehen und über den Zaun zu schauen, wurden aber von dem Polizisten direkt erwischt. Manno! Unlogisch finde ich, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Touristenshops alle auf haben und keiner sich um Abstand schert und dann aber der Blick auf den Baum von COVID-Plakaten komplett verdeckt wird. Warum darf man nicht mal gucken, unter freiem Himmel und ohne Kontakt zu irgendwem?

Dann gings zurück nach Oaxaca. Erst mal zu den Paketshops. Hanno hatte mehr Bierzutaten bestellt und unser Tresor war angekommen.
Da wir schon in der Nähe waren wollten wir noch Monte Alban sehen, da ist aber nach 15 Uhr kein Einlass mehr also gings, nachdem wir einen angefahrenen Vogel versorgt, hatten zu Ciros Parkplatz in die Innenstadt.
Den Nachmittag über bauten wir dann unseren Tresor ein und verschraubten ihn mit der Wand. Das hätten wir mal viel früher machen sollen! Dann gings schnell unter die Dusche und es wurde sich aufgebrezelt. Einmal mehr wollten wir herausfinden, was Oaxaca kulinarisch noch zu bieten hat. Wir hatten einen Tisch für ein 7 Gänge Menü reserviert. Das Restaurant überraschte durch seine Größe. Wir saßen in einer (äußerst hübschen) Garage mit winziger Küche. Dann gings los und wir schlemmten uns durch ausgefallene Gerichte mit mexikanschem Einfluss. Bluecorn-Tortilla, Sushi in Avocado-Rauch mit Grashüpfersoße, Tacos, fritterten Gorditas, Portobello Pilze, Steak, Sorbet und Schokoladen-Café-Avocado Brownie. Dazu gabs fused-water mit Guanabana, Kräutern und Obst und Cocktails mit Mezcal. Die Zutaten, die Präsentation und der Geschmack war herausragend. Bei weitem eins der besten Essen die wir auf unserer bisherigen Reise so gesehen und geschmeckt haben.

Am nächsten Morgen gings dann nochmal in der Bäckerei frühstücken und nach einem kurzen Spaziergang ging es weiter zum Monte Alban.

Am Monte Alban angekommen fanden wir im Souveniershop erst mal ein Wörterbuch zu mexikanischem Slang bzw. Spanisch. Das unterscheidet sich nämlich doch erheblich vom europäischen Spanisch und macht uns das Leben schwer. Dann gings rein in die Ruinen. Wir waren geflashed. Man sind die groß! Es war kaum was los und es war cool das man keine Menschenseele traf. Wir brauchten drei Stunden um alles zu erkunden und brieten ein wenig in der Sonne. Mama hätte es hier unglaublich gut gefallen. Das ist genau ihr Ding und für Papa gibt es jede Menge Steine, die er fotografieren kann. Vielleicht nach COVID mal….

Willow und Lee erzählten uns dann noch von einem Dorf voller Weberfamilien und wir entschieden uns das noch anzusehen bevor es weiter Richtung Pazifik geht.
So wurden wir Nachmittags von Josefina und ihrer Familie begrüßt und uns wurde ausführlich gezeigt wie die Wolle aufbereitet wird, aus verschiedensten Zutaten die Farbe hergestellt wird und die Teppiche und Kleidung gewebt wird.
Rot entsteht durch Käfer die auf Kakteen leben, mit Limette gibts Orange und mit Kalk wirds Lila. Blau durch Basalt und Grün entsteht durch Basalt in Kombination mit Grapefruitsaft.
Wir waren fasziniert und erstaunt wie viel Arbeit hinter so einem handgewebten Teppich steckt und ich war verliebt in die Intensität der Farben. So kauften wir tatsächlich am Ende des Tages einen Teppich für unser nicht vorhandenes zu Hause in Deutschland. Nicht ganz rational aber irgendwann muss man ja anfangen sein zu Hause einzurichten. Ist vielleicht ein bisschen die falsche Reihenfolge, aber was solls…

Nach einer Nacht in den Bergen ging es dann weiter nach San Sebastian de las Casas. Dort campten wir direkt an den Höhlen und buchten für den nächsten Tag eine Tour. Wir waren nur zu zwei mit dem Guide und kamen voll auf unsere Kosten. Die Höhle war viel größer und interessanter als gedacht. Wir liefen eine Stunde durch riesige Hallen und schmale Gänge, bewunderten Stalaktiten und Maserungen in den Felsen. Fanden Marmor und Quarzstein, sahen Fledermäuse, jede Menge Mistkäfer, Kröten und Krebse. Dann gings runter zum Fluss. Mit ein bisschen klettern und Schlamm-schliddern kamen wir unten an und wateten eine Stunde durch den unterirdischen Fluss und die riesigen Dünen.
Wir fanden sogar Pflanzen dort unten. An die Biologen unter euch: Was ist das für ein Gewächs? Wie kann es im Dunklen wachsen? Wie macht es das mit Photosynthese?

Zurück an der Oberfläche gings noch in eine kleine Cenote die aber nicht besonders nennenswert war. ich hoffe da sehen wir im Yucatan noch spannendere Exemplare.

Abends waren wir dann eigentlich bereit für eine Mezcal Tour. Nach gut 30 Minuten Fußmarsch durchs Dorf kamen wir ganz oben an. Dooferweise war aber der Besitzer der Brennerei nicht auffindbar. Nach einer Stunde warten suchte gefühlt das halbe Dorf nach dem Mann. Nach zwei Stunden tauchte er dann kurz bevor wir aufgaben, auf.
Seine Tour durch seine sehr rustikale, hygienisch bedenkliche, Brennerei ging exakt 7 Minuten. Dann wurde getrunken. Seinen Mezcal brachte er in leeren Joghurtbechern und wir tranken aus halben Kokosnuss-Schalen. Unser Guide haute ordentlich mit rein. Ich stieg lieber aus. Mir schmeckt das einfach nicht, außer im Cocktail. Hanno becherte mit Guide und Gastgeber fleißig weiter. Nach ein paar mehr Shots zogen wir um zu seinem Haus und wir bekamen so einige Storys aus dem Dorf mit. Es wurde weiter getrunken, wir bekamen eingelegten Kürbis zum probieren und eine Schale voll gerösteter Kürbiskerne und es wurde weiter getrunken. Dann packte der Hausherr noch eine seiner Schnitzereien aus die Hanno aus einem Leintuch wickeln musste und der Besitzer freute sich wie ein König als der riesige hölzerne Penis zum Vorschein kam. Nicht ganz unser Humor aber mit einer Menge Mezcal im Blut ertragbar. Hanno durfte dann noch aus einem besonderen Behältnis trinken und ist mit diesem Akt dann vermutlich heimlich in die Familie aufgenommen worden. Je länger wir warteten, je mehr die Herren tranken, desto kurioser wurde das ganze.
Am Ende torkelte der Guide voran Richtung Camp und verlor jeden Funken seiner bisher gezeigten Schüchternheit. Was ein Abend. Über Mezcal haben wir nix gelernt, aber dafür einiges über das Dorf und seine Bewohner.
Als Andenken kauften wir noch 2x 0,5 Liter der zwei besten Mezcals und die wurden, ganz zum Abend passend, einfach schnell in leere Colaflaschen abgefüllt. Herrlich!

Den nächsten Tag brauchte Hanno zum rehabilitieren und wir gönnten uns einen freien Tag bevor der lange Weg bis zur Pazifikküste anstand.

Tag 575-586 | Mineral de Chico, Hidalgo / Tulancingo, Puebla / Cantona Ruins, El Descabesadora, Laguna Alchichica, Veracruz / Puebla, Nationalpark Popocatepetl, Metepec, Puebla, Mexico

Tag 575-586 | Mineral de Chico, Hidalgo / Tulancingo, Puebla / Cantona Ruins, El Descabesadora, Laguna Alchichica, Veracruz / Puebla, Nationalpark Popocatepetl, Metepec, Puebla, Mexico

Wir verließen Mittags Tolantongo um uns Abends mit dem Rest der Truppe in Mineral de Chico zu treffen. Tja und so wie es aussieht war unser Reifenplatzer erst der Anfang von einer kleinen Odyssee. Für die nächsten 10 Tage gings einige Male steil Berg ab. Wir haben echt ein paar sch*** Tage hinter uns. Das ist die Sache mit dem Reisen, die Höhen sind höher und die Tiefen tiefer als in unserem Alltag zu Hause. Gehört zum Reisen selbstverständlich dazu, aber wir sind auch heilfroh, dass danach wieder sehr grandiose Zeiten kamen. Der Artikel der auf diesen folgen wird, wird also wieder positiv, versprochen. 😉

An diesem Montag wurde in Hidalgo und Puebla die COVID-Ampel zurück auf Rot gesetzt. Damit war ähnlich wie in Deutschland Lockdown angesagt. 
Von Willow und Lee bekamen wir schon die Nachricht zu korrupter Polizei auf der Zufahrtsstraße. Wir hatten Glück und wurden im Gegensatz zum Rest der Truppe nicht rausgefischt. 

In Mineral de Chico endete unsere Fahrt dann allerdings an einer Straßenblokade. Der Polizist ließ uns wissen das der gesamte Nationalpark geschlossen ist und man nicht rein kommt und campen darf. Den Rest des Tages suchten wir dann vor dem Nationalpark nach einer Schlafmöglichkeit. Wir fanden einen Waldweg der im Nichts endet und entschieden, dass es für die Nacht reichen muss. Willow, Lee und Jaro schickten wir unseren Standort. Kurz vor Dunkelheit rollten sie in den Waldweg. Blöderweise bekam die Polizei das mit, fuhr aber schnurstracks weiter. Sollte also gut gehen, dachten wir.

Ich war auf dem Weg ins Bett als gegen 22.30 Blaulicht in den Waldweg rollte. Korrupte Bullen die Zweite. Die Herrschaften blockierten den Weg, sodass wir quasi im Waldweg feststeckten. Die nächsten 90 Minuten gings dann ziemlich heiß her. Hanno versuchte auf Spanisch zu erklären, dass wir keine andere Möglichkeit hatten, dass wir irgendwo schlafen müssen und das wir am nächsten Morgen früh weiter reisen, da der Nationalpark geschlossen ist. Die zwei Polizisten waren nicht die hellsten und kamen mit den haarsträubendsten Geschichten um die Ecke. Das wir nicht hier sein dürfen und campen verboten ist, das unsere Kennzeichen an diesem Tage Fahrverbot haben (Eine Regel die in Mexico Stadt tatsächlich existiert, wir aber etwa 200km davon entfernt waren), das wir eine Straße blockieren und wir auf Privatgrundstück stehen, das wir als Touristen nicht im Land sein dürfen und und und.
Wir erzählten, das wir mit Flüchtlingsvisum im Land sind, da die Landgrenzen zu sind und ungefähr 1000 Mal, dass wir keine Amerikaner sind.
Wir kamen keinen Schritt weiter. Der eine Polizist wurde dann langsam ungeduldig und drohte mit der Stilllegung und der Konfiszierung unserer Autos, mit Gefängnis und mit vielem mehr. Das war der Moment in dem wir alle auf wundersame Weise kein Spanisch mehr sprachen und verstanden. Der Polizist wurde sauer.
Wir sagten, wir wären durchaus sehr gewillt mit zur Wache zu kommen um auf die Öffnung am nächsten Tag zu warten und fanden das sogar praktisch, da wir dann einen Schlafplatz für die Nacht hätten. Die Polizisten fanden das nicht so prickelnd. Sie wollten lieber schnell Geld mit uns machen und vermutlich auch nicht, dass ihr Vorgesetzter was davon mitbekommt.
Am Ende boten wir ihnen 200 Pesos, dann 600. Nix zu machen.
Die nächste Story war dann, dass der eine Polizist mit der Wache telefonierte und die Genehmigung einholte um das Geld für das Knöllchen zu kassieren. Ohne Handynetz wohlgemerkt. Am Ende stellte er uns ein Ticket über 980 Pesos aus. Hanno und ich standen dabei und ich sagte, dass ich die Touristenpolizei anrufen werde um den Betrag doppelt abzuchecken bevor wir zahlen. Im gleichen Moment fiel mir auf, dass der Wagen keine Nummernschilder hatte. Ich sagte das laut zu Hanno und der Polizist schien diesen Satz zu verstehen.
Willow und Lee diskutierten derweilen mit dem anderen Kollegen weiter.
Ich rief also ohne Handynetz die Nummer der Touristenpolizei an und konnte genau so wenig jemanden dort erreichen wie der Polizist vorher mit seinem Handy. Aber genau wie er tat ich beschäftigt und als wäre wer in der Leitung.
Dann kam plötzlich Bewegung in die Sache. Beide Polizisten verzogen sich in ihren Wagen und wenig später kam der nettere von beiden und sagte uns nach wo wir verschwinden sollen und das wir noch in der Nacht den Bundesstaat verlassen müssten. 
Wir packten in Windeseile zusammen und machten uns um Mitternacht vom Acker. Im Auto gabs nur ein Thema: Wie blöd kann man sein! Wir hatten ihnen 600 Pesos geboten, sie hatten ausgeschlagen, jetzt hatten sie nix ergaunert und 1,5 Stunden verschwendet. Das einzige was sie erreicht hatten ist, dass wir nun wieder mit diesem blöden Gefühl im Magen rumfahren sobald wir Polizei erblicken. Klasse!

An der nächsten Tankstelle gabs dann eine schnelle Lagebesprechung. Bis zum nächsten Bundesstaat Puebla waren es noch über 120 Kilometer. Nix was man Nachts fahren will. 
Wir entschieden uns für ein Autobahnkreuz bei der Stadt Tulancingo 75 km von Mineral de Chico, wo wir hoffentlich eine große Tankstelle mit Truckstop zum Übernachten finden würden. 
Wir fuhren als erstes in der Kolonne und können nun definitiv sagen, dass die Straßen Nachts kein Spaß sind. Wir mussten so oft in letzter Sekunde ausweichen. Einem Stapel Pappkartons, scheinbar volle Amazonpakete, ein kompletter Reifen, Menschen… alles mitten auf der Straße in kompletter Dunkelheit.

An der einen Tankstelle angekommen parkten wir im Schatten von einem Truck, nur um wenig später gesagt zu bekommen, dass wir dort nicht schlafen dürfen. Am Ende wollte der Wärter 50 Pesos pro Person sehen. Neee! Also gings weiter. Wir versuchten es an einem Motel, welches sich als Puff herausstellte. Also wieder weiter. Die nächste Tankstelle war komplett heruntergekommen und wieder wollten die Pächter Geld von uns. Bei der dritten Tankstelle hatten wir dann endlich Glück. Die Frau im kleinen Shop war freundlich und hieß uns willkommen. Kaum geparkt, kam jemand anderes und sagte wir könnten nicht dort schlafen. Am Ende hatten sie vermutlich Mittleid bei unsern flehenden Blicken und unseren Rändern unter den Augen. Bis 6 Uhr morgens wurde uns gewährt.
Die Nacht war laut und kurz. Um 6 Uhr wollten wir Umparken und noch einen Kaffee kaufen bevor es weiter ging. Bruno wollte das aber nicht. Batterie platt. Zum Glück können wir mit unseren Batterien aus der Wohnkabine den Motor starten. Wenig später gabs einen riesen Kaffee und es ging an die Fehleranalyse. Ziemlich schnell war klar, dass unsere Lichtmaschine kaputt war. Genau das was wir gerade gebrauchen konnten. 

Ab dem Zeitpunkt hieß es dann bloß nicht den Motor abstellen. 
Wir wollten aus Hidalgo raus und zu den Cantona Ruins im Bundesstaat Veracruz. Bei der Durchfahrt eines kleines Ortes wurden wir von der Polizei rausgewunken und zwar alle drei Autos. Der Polizeiwagen war richtig runtergekommen und wir hatten nach der letzten Nacht entschieden, dass wir kein Spanisch und kein Englisch mehr sprechen. Also quatschten wir fleißig auf deutsch los und die Polizisten quatschten fleißig auf spanisch zurück. Was ein Spaß. Am Ende versuchten sie uns sogar mit Google Translate zu verstehen zu geben, dass wir mit unseren Nummernschildern heute nicht fahren dürfen. Wie schade, dass wir einfach nix verstehen, wir blöden, blöden Ausländer. Nach 10 Minuten hatten die Herrschaften die Nase voll, denn im Wagen hinter uns sprach man nur Schweizerdeutsch und dahinter nur Englisch mit Birminghamer Akzent. Sie ließen uns fahren und wir hatten nun zum dritten Mal korrupte Polizei in weniger als 24 Stunden hinter uns (mal wieder ohne Kennzeichen).

Wir kamen Mittags an den Cantona Ruinen an und mussten feststellen, dass diese geschlossen sind. 

Langsam aber sicher machte sich Verzweiflung breit und die Strapazen der letzten Nacht waren bei uns allen spürbar. Also fragten wir am Hotel 200 m die Straße runter, ob wir dort für die Nacht stehen konnten. Der Besitzer sagte Ja. 
Hanno und ich machten uns dann in Eiseskälte und im strömenden Regen an den Ausbau der Lichtmaschine. Eine Schraube machte uns das Leben schwer. Gut eine Stunde kämpften wir mit ihr. Endlich war die Lichtmaschine raus und wir brauchten erst mal eine heiße Suppe. Wir tauschten den Regler auf gut Glück aus und wechselten in einem den Keilriemen. Kurz vor Dämmerung war alles wieder eingebaut und wir stellten erleichtert fest, dass wir den Fehler wirklich gefunden und behoben hatten. Chico fing währenddessen einen Hamster im Feld und ich war froh, dass wir ihn äußerlich unversehrt retten und wieder freilassen konnten.


Wir wollten unseren Gastgebern dann gerne noch was zurück geben, also machte ich mich an einen Apfelkuchen und Willow an ein Brot. Die Freude war groß und wir fühlten uns nicht mehr ganz so aufgedrängt.
Im Laufe des Tages schaute dann noch das halbe Dorf vorbei und unter den stolzen Blicken der Hotelbesitzer posierten wir mit den Herrschaften für Fotos. 

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Ruine dann noch via Drohne und fuhren früh weiter. Schade, dass wir die Ruine nicht ablaufen konnten. Sie sehen fantastisch aus.

Es ging nach El Descabesadora und wir nahmen dieses Mal die Mautautobahn. Keine Lust mehr auf die Willkür der Polizei. Ohne Zwischenfall kamen wir an und stellten fest, dass die Anlage an der Quelle wirklich geöffnet hatte. Dran geglaubt hatten wir nach den letzten Tagen nicht. Wir zahlten für Eintritt und Camping und wurden zur Campsite begleitet. Mitten im Dschungel inklusive Badezimmer mit warmen Wasser, Palapa, Feuerholz und Frischwasser. Paradies!

Wir verbrachten den Rest des Tages damit den Park zu erkunden, saßen am Feuer und atmeten alle mal ganz tief durch. Schon Abends entschieden wir noch mindestens eine weitere Nacht zu bleiben. Solche Orte entschädigen immer wieder für all die Strapazen die man so mitmacht, wenn man Vollzeit in einem Auto lebt.

Am nächsten Morgen wurde dann ausgiebig gewaschen, ungefähr alles was wir so an Klamotten mithaben. Unsere Wäscheleinen spannten sich quer übers Gelände. Die Jungs spielten noch eine Partie Schach und dann gings ins Wasser. Bewaffnet mit Feierabendbier und Snacks suchten wir uns einen Pool der schön versteckt lag. Das Wasser war überraschend kühl und nachdem wir einige Male ins Wasser gesprungen waren und Hanno eine Wurzel fälschlicherweise für eine Schlange hielt entschieden wir uns für einen Nachmittag in der Sonne auf unseren Handtüchern. Wir lagen nicht lange, da entdeckte Willow den ersten Leguan. Den Rest des Tages saßen wir Mädels auf einem Stein und schauten den Rieseneidechsen zu, während die Jungs nochmal ins Wasser hüpften. 

Am nächsten Tag gings dann wieder hektisch zu. Noch vor dem Frühstück entdeckten wir einen großen aufgeplatzten Abszess an Chicos Brust. Wir packten, googelten den nächsten erreichbaren Tierarzt und machten uns auf den Weg.

Im Ort Xalapa wurden wir fündig und standen die nächste Stunde in einer Tierarztpraxis eines äußerst gesprächigen Tierarztes. Desinfektion der Wunde, Antibiotika Pillen und fertig. 
Es ging noch zum nächsten Supermarkt bevor wir uns auf den Weg Richtung Puebla machten. 

Es war später als erwartet und Chico hatte die Faxen dicke, also ging es bis zur Laguna Alchichica für die Nacht. Der Rest der Truppe hatte schon auf der Seeseite abseits der Stadt geparkt, also stießen wir dazu. Es regnete und wir machten einen ruhigen Abend. Ich war schon im Bett als zwei mit Sturmhauben vermummte Personen im Camp auftauchten. Sie bedrohten Willow und Lee im Auto, verschwanden aber wenig später wieder, ohne das einer von uns die Türe aufgemacht hatte. Uns wars trotzdem nicht geheuer und wir fuhren lieber auf die belebtere Seeseite an der Stadt. Unsere Serie an negativen Zwischenfällen schien also leider immer noch nicht vorbei. Auf der anderen Seeseite verbrachten wir eine einigermaßen geruhsame Nacht und trafen am nächsten Morgen ein Französisches Pärchen mit einem Sprinter. Die zwei entschieden sich uns anzuschließen.

Mittlerweile zu 4 Autos trafen wir uns also Abends im Los Fuertes Park in Puebla. Dort gab es einen polizeilich überwachten Parkplatz auf dem man übernachten darf. Hörte sich perfekt an.

Wir hatten alle verschiedene Pläne für die Stadt. Die rote Corona Ampel bedeutete, dass alle Restaurants geschlossen sind und die durchaus sehenswerte Altstadt gesperrt war. Also fokussierten wir uns alle darauf die Dinge zu erledigen die die Großstadt hergibt und die wir auf dem Dorf schwer oder nicht gelöst bekommen.

Willow und Lee klapperten VW Werkstädten und Händler ab, denn der VW Kombi wurde bis 2010 noch im Werk in Puebla gebaut und sie brauchten dringend eine neue Vorderachse. 

Hanno und ich gingen zum Zahnarzt. Ich hatte Zahnschmerzen und wollte abklären, obs nur die angeknackste Psyche oder doch irgendwas am Zahn ist. Wir fanden einen deutschsprachigen Zahnarzt und dachten das wäre ein gutes Zeichen. Tja, die Stelle die schmerzte war wohl in Ordnung, dafür ließ er dann seine Helferinnen fleißig mal hier mal da an meinen Zähnen rumbohren. Als er mir die Weißheitszähne ziehen wollte ergriffen wir schlussendlich die Flucht. Uns dämmerte beim anschließenden Blick in meinem Mund, dass wir mal besser direkt rückwärts wieder raus aus der Praxis gegangen wären. Leider musste ich dann doch nochmal hin, da die Damen zwei Zähne mit Füllung zusammen geklebt hatten und die Stelle auch nicht abgeschliffen hatten sodass ich nicht mehr aufbeißen konnte. Über die entstandenen Kosten reden wir lieber nicht, das was in Deutschland bei der Korrektur dieses Desasters auf mich zu kommt, verdränge ich lieber auch noch ein Weilchen. Oh man.

Willow und Lee ergings in Puebla auch nicht besser. Es wurde laut getönt, dass es kein Problem wäre eine neue Vorderachse für den VW zu beschaffen. Am Ende warteten sie fast eine Woche vergebens. 

Den Jackpot hatte aber wohl Jaro gezogen. Als die Jungs vor den geparkten Autos im Park Schach spielen fuhr ein Auto in die Parklücke zwischen den Landrover und den Bulli. In einer Seelenruhe knackten die Insassen sein Schloss und räumten aus, was sie in die Finger bekamen. Wir merkten den Einbruch schnell aber die Herren hatten sich schon aus dem Staub gemacht. Grandios, dieser polizeilich bewachte Parkplatz.

Wir hatten alle mehr als die Nase voll von der Stadt und machten uns am nächsten Tag aus dem Staub. Unsere Wege trennten sich für den Tag. Hanno und ich fuhren in den Nationalpark des aktiven Vulkans Popocatepetl und genossen die Ruhe. Willow und Lee folgten uns Abends. Jaro fand uns leider nicht und geriet in die nächsten Schwierigkeiten. Er wurde auf seinem Weg von korrupter Polizei überfallen und ausgeraubt. Als wir ihn zwei Tage später wieder trafen beanspruchte er die halbe Flasche Tequila nur für sich alleine und trank sich seinen Frust von der Seele. Verständlich. 

Am Popocatepetl blieben wir zwei Nächte. Wir bauten zusätzliche Riegel an den Türen ein, um diese in Städten und zwielichten Gegenden zusätzlich verriegeln zu können, updateten unsere Alarmanlagen an Fahrer und Beifahrertür und bestellten einen Tresor zum nächsten Paketzentrum nach Oaxaca Stadt. 

Dann kamen wir endlich zur Ruhe, genossen die bittere Kälte und sehr leise Abende am Lagerfeuer. Am meisten aber freute sich Chico, der sich langsam aber sicher von seiner Verletzung erholte, Puebla ebenfalls ziemlich doof fand und nun wie ein Verrückter durch den Nadelwald fegte.


Nach zwei Tagen am Vulkan ging es nach einem (wegen den zusammengeklebten Zähnen notwendigen) Stop bei unserem Lieblingszahnarzt nach Metepec in ein Naherholungsgebiet. Leider war das für Camper geschlossen und wir landeten auf dem Gelände einer Forellenzucht mit Angelteich. 

Willow, Lee und Jaro folgten und wir saßen lange am Lagerfeuer und staunten über den ganzen Mist, der uns die letzte Woche widerfahren ist. Die Betreiber der Anlage waren super freundlich und wir entschieden uns für noch einen weiteren Tag Auszeit in der Anlage. Hanno versuchte einen Fisch zu angeln (ohne Erfolg, es waren aber auch wirklich sehr, sehr, sehr wenige Fische im Teich 😉 ) und wir schalteten alle nochmal einen Gang runter. Für eine heiße Dusche wurde uns sogar eimerweise Wasser aufgekocht. Hier fühlten wir uns endlich nochmal wohl. 
Trotzdem hatten wir alle den Drang schnell weiter zu kommen. Wir wollten raus aus Puebla und so weit wie möglich weg von Mexico Stadt. Wir wurden das Gefühl nicht los, das die Kriminalität mit der Nähe zur Hauptstadt und der roten COVID Ampel zu tun hatte.

Wir sagten erst Mal tschüss zu Willow und Lee, die weiter Hoffnung hatten ihre Teile zu bekommen und machten uns mit Jaro auf nach Oaxaca.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen und trotzdem etwas positiver zu enden: Das war es erstmal mit der Shitshow und im Staat Oaxaca wurden wir herzlich empfangen, trafen tolle Menschen und erlebten das ein oder andere Highlight unseres Trips.