Durchsuchen nach
Autor: Kerstin Kolvenbach

Tag 500-508 | San Blas, Las Islitas, El Llano, Cora Wasserfall, Litibú, Cruz de Huanacaxtle, Nayarit, Mexico

Tag 500-508 | San Blas, Las Islitas, El Llano, Cora Wasserfall, Litibú, Cruz de Huanacaxtle, Nayarit, Mexico

Am nächsten Morgen gings los. Vor uns lag eine Strecke von 250 km. Auf europäischen und amerikanischen Straßen plant man da so mit 3, höchstens 4 Stündchen. Hier in Mexico bedeuten 250 km durch schlechte Straßen, Tempolimits und Blockaden eine Tagesreise. Früh morgens ging es also los. Auf den ersten Kilometern checkten wir die Mautgebühren und die Informationen zu von Locals besetzten Mauthäuschen, an denen wir Schmiergeld abdrücken müssten. Wir hatten keine Lust zu zahlen und Nayarit gilt als sicherer Bundesstaat. Nach kurzer Rücksprache mit Willow und Lee hinter uns fuhren wir schon vor dem ersten Mauthäuschen ab vom Highway und einen kleinen Feldweg Richtung Dörfchen La Tigre. Die Leute schauten komisch, waren verwirrt und hatten wohl nicht damit gerechnet, dass wir durch ihre Idylle rumpeln.
Schnell fanden wir die kostenlose Straße die uns nach San Blas führen sollte. Es ging rauf und runter, quer durch kleine Dörfer und über ungefähr 1 Millionen Topes, die uns echt den letzten Nerv rauben. Einmal nicht aufgepasst fährt man ungebremst über die Teile und das fühlt sich an als würde man frontal gegen eine Wand rasen. Nach einem übersehenen Tope müssen wir schonmal die Wohnkabine renovieren, weil alles durch die Gegend geflogen ist.

Angekommen in San Blas fuhren wir direkt zum Surf Camp, wo wir schlafen wollten. Leider stellte sich das Camp als Parkplatz eines Restaurants heraus und wir entschieden nur eine Nacht zu bleiben. Also gings noch flott auf die Surfbretter und wir genossen ein paar seichte, kleine Wellen, allerdings mit ziemlich starker Strömung.
Am nächsten Morgen erkundeten wir noch das Örtchen, welches sich als sehr charmant herausstellte. Von allen Seiten wurden wir angequatscht und uns wurden alle möglichen Sachen angeboten. Bootstouren zu den Krokodilen, Früchte, Shrimps etc.

Nach unserer Runde im Ortskern gings in die Markthallen Frühstücken: Käsekuchen und frisch gepresster O-Saft. Alles zusammen für 3 Euro. Das halbe Kilo großer Schrimps für 2 Euro toppte unser Frühstück dann noch. Wahnsinn, wie günstig es hier ist, wenn man lokal kauft. San Blas hat einen süßen Markt, einen schönen Marktplatz und einen tollen Hafen. Durch Corona und außerdem eine unglaublich große Sandflies-Plage bleiben die Touristen nun aber entgültig aus. Es lässt sich erahnen, dass das Örtchen gerade ziemlich harte Zeiten durchmacht.


Mittags gings dann nach Las Islitas nur ein paar Kilometer die Küste runter. Nach einem kurzen Stop bei den Krokodilen und Mangroven kamen wir an und wurden ebenfalls wieder belagert. Die kleine Küste ist voll mit Seafront Restaurants und es gibt keine Kunden. Wir wollten nach dort, weil eine der weltweit längsten Surfwellen dort bricht. Leider nicht mehr – durch bauliche Maßnahmen haben sie die Welle so verändert, dass nicht mehr viel übrig ist vom weltbekannten Surf. Die Wellen waren so mickrig, dass wir die Bretter auf dem Dach ließen und im seichten Wasser schwimmen gingen. Auch hier gibts unendlich viele Sandflies und sobald es dämmert wird man in den Camper vertrieben. Schade. Wir bleiben noch einen weiteren Tag an der Küste, fuhren aber etwas abseits von den Restaurants an einen Strand. Ein Surf war aber auch dort nicht in Sicht. Na gut.

Also gings am nächsten Tag früh weiter. Wir wollten etwas ins Inland fahren und eine Wanderung zum Wasserfall machen. Willow und Lee waren etwas spät dran und wir stiefelten wesentlich später los als geplant. Die Katzen und die Autos ließen wir im Dorf unter einem großen Baum.

Die Strecke bis zum Wasserfall war wunderschön und abwechslungsreich. Richtig tiefer Wald, ein Tunnel voll mit Fledermäusen, Bäche, Hochland, Schmetterlinge, Vögel etc.


Die Wanderung zum Wasserfall war länger als erwartet und umso schöner war dann aber der Sprung ins kühle Nass. Wir schwammen eine Runde, stärkten uns mit Obst und Cookies und dann gings weiter. Wir wussten, dass der Rückweg den Fluss runter führen sollte, aber von einem Weg war keine Spur. So kraxelten und kletterten wir gute 2 Stunden 2 weitere Wasserfälle herunter, mehrfach über den Fluss und durch dichtes Buschwerk. Nicht ganz ohne und wir waren alle froh, als wir einen Trampelpfad fanden, auch wenn er vermutlich von Kühen und nicht von Menschen genutzt wurde. Nach 15 km kamen wir kurz vor der Dämmerung an den Autos an. Ziemlich kaputt und schwitzig. Wir hatten eigentlich vor direkt weiter zu fahren, entschieden uns dann aber am Fluss zu schlafen und erst am nächsten Morgen weiter zu fahren.
Wir sprangen alle nochmal ins Wasser und badeten eine Runde. Alles sehr zur Belustigung der Locals.

Dann gings weiter nach Litibú, wo wir am Strand campten, tagsüber in La Lancha surften, im Dorf einkauften, die Wäsche waschen ließen und den örtlichen Metzger ausprobierten, der uns kurzerhand vom Stück Rind, das von der Decke baumelte, ein Stück abschnitt.
Auf dem Weg Richtung Süden hielten wir dann noch in Cruz de Huanacaxtle zum schlafen. Der Ort wird wohl für immer in unserem Kopf hängen bleiben (auch wenn wir den Namen nicht aussprechen können), weil Hanno dort seinen ersten Fischfangerfolg feiern konnte. Außerdem genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang und blickten zurück auf die ersten zwei Wochen Mexico Festland. Nicht schlecht, können wir nur sagen. Vielseitig wars, wir Reisen wieder, was ein Glück.

Geschichten von der Straße – Eilmeldung vom Strand

Geschichten von der Straße – Eilmeldung vom Strand

— EILMELDUNG — EILMELDUNG — EILMELDUNG — EILMELDUNG —

Mit großem Stolz kann ich verkünden, dass mein lieber Mann Hanno heute, am 12.11.2020 um 17:02 (GMT-6) und um 17:36 (GMT-6) in Cruz de Huanacaxtle, Nayarit, Mexico nach 23 Jahren vergeblichen Versuchens endlich und zu unser aller Erstaunen gleich zwei Fische geangelt hat.

Die beiden Fische schmeckten hervorragend und wurden von ihm perfekt zubereitet. Allerdings waren sie etwas klein und konnten nur als Vorspeise hinhalten. Der Kater bekam die Köpfe und die Haut und wirkt ebenfalls sehr zufrieden mit seinem heutigen Abendessen.