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Autor: Kerstin

Tag 1109-1119 | Highway PE-3N, Pallasca, Caraz, Tablachaca und Pato Schlucht, Laguna Parón, Laguna 69, Huaraz, Laguna Tapara, Ancash, Peru

Tag 1109-1119 | Highway PE-3N, Pallasca, Caraz, Tablachaca und Pato Schlucht, Laguna Parón, Laguna 69, Huaraz, Laguna Tapara, Ancash, Peru

Nach unserer Nacht an der heißen Quelle ging es bei Sonnenaufgang um 5 Uhr morgens weiter. Wir verbrachten den gesamten Tag mit Fahren. Durchschnittgeschwindigkeit 20 km/h.
Mittags stoppten wir für eine kleine Mittagspause und im späten Nachmittag wurde die Fahrt dann endlich nochmal etwas interessanter. Es ging Serpentinen runter bis zu einem Fluss und auf der anderen Seite wieder hoch.
Wir hatten geplant irgendwo am Straßenrand zu schlafen und bei Dämmerung zu stoppen. Im letzten Dorf, welches wir durchfahren wollten, hatte dann ein LKW Fahrer entschieden seinen LKW mitten auf der einspurigen Hauptstraße zu parken und seine Ware auszuräumen. So hingen wir in der Straße fest und mussten langsam, rückwärts, berghoch die Straße zurück fahren und warten. Super nervig. Unsere Übernachtung am Straßenrand war dann ein Steinbruch. Wenig schön und es war noch erstaunlich viel Verkehr in der Nacht. Ehrlich gesagt waren wir mittlerweile ziemlich entnervt, dass wir so langsam voran kamen und wie schwer es war gute Schlafplätze zu finden.

Der nächste Tag belohnte uns dann endlich mit einem schönen Teil von Peru. Wurde auch Zeit! Der Müll war immer noch allgegenwärtig, aber weniger geballt als an der Küste und solange man nicht so genau hinschaut, kann man ihn übersehen. Wir verbrachten den Tag mit der Fahrt durch 3 verschiedene Schluchten. Erst Tablachaca (welche landschaftlich und abenteuertechnisch mein Favorit war) dann Santa und am Ende die berühmte Pato Schlucht. Die Fahrt auf der einspurigen Schotterpiste am Rande des Abgrunds war spektakulär und wer mehr als nur Fotos gucken möchte, kann im Zeitraffer-Video mal eine Runde mitfahren. Wir sind zum Glück ziemlich schwindelfrei, Hanno hat Bruno gut im Griff und wir kennen mittlerweile ganz gut seine Maße. Den ganzen Tag verbrachten wir trotzdem nur mit zwei Gedanken: 1. Bitte kein Gegenverkehr und 2. Gottseidank ist Bruno nicht größer, länger, breiter.

Wir stoppten ein paar Mal für Pausen und erkundeten mit Chico noch eine alte Inka-Ruine. Von der war nicht wirklich viel übrig, aber Chico fand die Tunnel spannend und wir konnten uns die Füße vertreten.

Endlich mal vor Dämmerung kamen wir am Zielort an. Eine Hacienda im Örtchen Caraz, wo wir von Jaime, dem Besitzer, wirklich nett empfangen wurden. Hier zahlten wir fürs Camping, konnten aber endlich nochmal in Ruhe stehen und ein bisschen entspannen. Für Hanno ist und bleibt Jaimes Hacienda wohl für immer ein besonderer Ort: der Starlink funktionierte das erste Mal, obwohl Peru offiziell noch nicht angeschlossen ist und brachte herausragende Upload- und Download-Geschwindigkeiten zustande. Dass das Satelitten-Internet endlich funktioniert ist ein game changer! Das gibt uns wieder etwas von der Freiheit auf der Reise, die wir doch durch die Suche nach Internet für Hannos tägliche Meetings etwas verloren hatten.

Wir blieben zwei Tage bei Jaime, putzten den Staub der Schotterpisten aus dem Auto, aus jeder einzelnen unserer Poren und wuschen Wäsche. Hanno bekam auch einen Haarschnitt uns so sahen wir endlich wieder einigermaßen zivilisiert aus. Chico fühlte sich auch wohl und kam mit Katze Mandarina und der deutschen Dogge hervorragend zurecht.

Dann ging es zum ersten Highlight in Peru. Der Laguna Parón. Der erste Anblick nach einer steilen Fahrt das augewaschene Gletschertal hinauf war atemberaubend. Die Farbe war unfassbar und unbegreiflich. Wir parkten mit Blick auf den See, frühstückten und planten den Tag. Hanno wollte unbedingt auf den See und so mieteten wir ein Kanu für eine Stunde, ignorierten die Restriktion die der Verleiher zur Distanz machte und paddelten bis fast zur anderen Seeseite. Wir waren vor den Touristenbussen unterwegs und wir genossen das so richtig.

Dann entschieden wir, dass wir danach noch bis zur Laguna Artesonchocha wandern wollten. Der Weg war lang und nicht sonderlich gut markiert, aber wir schafften es am Ende trotz unserer „herausragenden“ Navigations-Skills bis zum Ziel. Die Wanderung war durchaus anspruchsvoll und wir kamen gegen halb 4 Nachmittags an. Die Farbe dieses Sees ist nochmal komplett anders, aber nicht weniger schön und beeindruckend und wir trafen auf dem gesamten Weg keine Menschenseele. Genau unser Ding! Nach einer Tafel Schokolade traten wir dann den Heimweg an und kamen kurz vor der Dämmerung wieder am Parkplatz bei Bruno und Chico an. Der Parkplatz befindet sich auf über 4000 Höhenmeter und es wurde sehr schnell sehr kalt. Wir machten es uns in Bruno gemütlich und es gab Hannos Spezialität: Teriyaki-Bruger. Hmmm.

Hanno und Chico wurden in der Nacht leider sehr höhenkrank und wir waren froh, dass wir uns eine Sauerstoffflasche zugelegt hatten. Abwechselnd hingen die beiden Herren also am Sauerstoff und schafften es irgendwie durch die Nacht. Ich wollte zum Sonnenaufgang noch gerne zum Mirador wandern, bevor wir wieder in tiefere Höhenlagen fahren müssten. Trotz seines Zustands wollte Hanno mit. Wir packten uns also warm ein und wanderten los. Hanno mit der Sauerstoffflasche in der Hand, ich mit heißem Kaffee. Nach etwas mehr als 40 Minuten kamen wir oben an, genau rechtzeitig zum Sonnenaufgang, der sich mit einem Regenbogen über dem Artesonraju Berg (der wohl angeblich das Model für das Paramount-Logo ist) zeigte. Die Stimmung dort oben am Berg veränderte sich mit Aufgang der Sonne im Minutentakt. Magischer Moment und wenn es Hanno etwas besser gegangen wäre, hätte er ihn sicher auch etwas mehr genießen können. Das Lächeln fürs Foto war ihm nur schwer zu entlocken und es war Zeit ihn wieder runter vom Berg zu bringen.

Nach zwei letzten Fotos von Bruno aus (innerhalb von wenigen Minuten wechselte die Oberfläche des Sees von milchig zu spiegelnd), ging es also wieder zu Jaime nach Caraz.

Wir blieben weitere drei Tage und lernten andere Reisende aus den USA und der Schweiz auf dem Campingplatz kennen. Wir hatten echt lange niemanden mehr getroffen. Bevor wir uns dann auf den Weg machten, ging es noch in Caraz auf den Markt einkaufen. Wir fanden wenig und zum Beispiel keine Eier, aber es gibt Schlimmeres. Dafür war das was wir bekamen regional angebaut und günstig.

Wir schliefen dann vor den Toren des Huascaran Nationalparks und morgens um halb 6 fuhren wir als erste Gäste des Tages rein. Vorbei ging es an weiteren blauen Lagunen bis zu einer großen Alpaka/Kuh-Wiese, wo wir frühstückten und uns für die Wanderung parat machten.

Punkt 7 Uhr ging es los zur Laguna 69 (hier gibts so viele Seen, dass die durchnummeriert werden). Eigentlich schade, dass dieser wunderschöne See nichtmal einen richtigen Namen hat. Wir wanderten 3 Stunden lang über zwei verschiedene Hochebenen, am Fluss, weiteren Lagunen und Wasserfällen entlang und kamen dann an der Laguna 69 an. Wir suchten uns einen schönen Aussichtspunkt und es gab selbstgemachten Kartoffelsalat und Schokolade zur Stärkung. Die Ruhe an diesem Ort war unglaublich und das Knacken des Gletschers, der sich hinter der Lagune befindet, markdurchdringend. Eine beeindruckende Zeit, die wir da an der Lagune hatten. Nach gut einer Stunde war unsere Zweisamkeit vorbei, die ersten Reisegruppen schoben sich die Hochebene hoch, und wir entschieden uns spontan dem Rundweg weiter zu folgen anstatt den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen.

Was folgte war ein mühsamer Steig, weitere 300 Höhenmeter, viel Geröll und wenig markierter Weg. Nur über maps.me konnten wir überprüfen, ob wir noch einigermaßen richtig waren. Der Ausblick war phänomenal aber ich muss auch sagen, dass wir am Ende und nach ein paar Irrwegen an unsere Grenzen kamen. Die letzten 2 Stunden waren hart. Wir hatten kein Trinkwasser mehr und wir kletterten mehr als das wir wanderten. Hanno hatte von der Höhe auch wieder Kopfschmerzen und es war ein bisschen Quälerei, bis wir endlich kurz vor dem Ziel einen Fluss fanden an dem wir uns mit dem Lifestraw frisches Wasser filtern konnten.

Zurück bei Bruno waren wir ziemlich fertig, aber die Wanderung war nach wie vor der absolute Hammer! Wunderschöne Weite und ein 360 Grad Panorama mit schneebedeckten Berge und Gletschern. Wahnsinn!

Hanno schlief dann eine Runde und ich verarztete meine Blasen unter den Füßen. Wir hatten richtig Glück gehabt. Kaum im Camper fing der Schneeregen an.

Die Nacht verbrachten wir dann in der Stadt Huaraz, wo wir dachten, dass wir gute wasserdichte Handschuhe zum Wandern kaufen könnten. War aber doch nicht so. Wir gingen in einer Brauerei essen (die schlechteste Lasagne unseres Lebens) und versuchten dann in einer Seitenstraße zu schlafen. Es war lauter und weniger erholsam als gehofft.

Vormittags ging es dann weiter bis zur Laguna Tapara. Die mussten wir uns dann nur mit Flamingos und einigen weiteren interessanten Vögeln teilen. Hanno nahm den Starlink in Betrieb und wir genossen 24 Stunden ungestört in der Pampa.

Die nächsten 2 Tage würden richtig anstrengend werden. Es ging zurück an die Küste und wir planten so zügig wie möglich den Großraum Lima zu durchfahren. Für Peru braucht man echt einen Teleporter. Es gibt so viele Strecken im Land die einem echt überhaupt nix geben. Wenn mich jemand fragt, wünsche ich mir einen Teleporter für die 500 km von Ecuadors Grenze bis Caraz, einen weiteren für die 500 km zwischen Caraz und Nazca, noch einen für die 500 km von Ica nach Cuzco und definitiv einen für die 500 km von Cuzco nach Puerto Maldonado. Der Diesel ist teuer, die Straßen schlecht, die Kilometer die man am Tag schafft gering und die Autofahrer sind 50% der Zeit im Gegenverkehr unterwegs. Ich bin mir echt nicht sicher, ob das so ein Ding der Peruaner ist, dass sie Touristen im Straßenverkehr umbringen wollen. Ganz tüv sind die auf jeden Fall nicht und ich hab schon mehr als einmal schreiend im Auto gesessen, weil wir plötzlich Gegenverkehr auf unserer Fahrbahnseite hatten. Mehr als einmal konnten wir einen Frontalzusammenstoß nur durch eine Vollbremsung vermeiden. Das zerrt auf Dauer ganz schön an den Nerven.

Tag 1097-1109 | Mancora, Lobitos, Talara, Piura / Puerto Chicama, Trujillo, Highway PE-3N, Cachicadán, La Libertad, Peru

Tag 1097-1109 | Mancora, Lobitos, Talara, Piura / Puerto Chicama, Trujillo, Highway PE-3N, Cachicadán, La Libertad, Peru

Peru empfing uns mit dem reinsten Chaos an der Grenze. Man wurde von A nach B geschickt, musste in Schlangen anstehen, bekam handgeschriebene Zettel in die Hand gedrückt und stand in der nächsten Schlange an. Dazu kommt, dass die Südamerikaner nicht gerade gut darin sind sich anzustellen. Dauernd fuscht einer oder direkt eine ganze Familie vor und am Ende eskalierte ein Streit zwischen Peruanern und einer Ecuadorianerin, die es Leid war, dass sie in der Schlange nicht voran kam, da immer wieder neue Leute vor ihr standen. Wir nahmen es gelassen und nach 3 Stunden hatten wir den Stempel im Pass, die Papiere für Bruno und unsere Autoversicherung in der Tasche.
Peru ist insgeheim das Land gewesen, auf das ich mich vor Beginn der Reise wohl am meisten gefreut habe. Ich war gespannt, ob es meine Erwartungen erfüllen konnte.

Die nächsten 2 Stunden ging es dann die Küste runter bis nach Mancora. Das erste was auffiel, waren die unzähligen Tuktuks. DIe gabs in Ecuador deutlich weniger und wenn in den Städten, aber nicht auf den Highways. Die Straßenverhältnisse waren deutlich schlechter und das ein oder andere Mal hingen wir kilometerlang hinter langsamen Autos und Tuktuks. Leider musste ich auch feststellen, dass das Müllproblem in Peru enorm ist. Die Küste ist voll! Nach dem sehr sauberen Ecuador wars leider direkt ein negativer Schock.

Angekommen in Mancora wurden wir von der Sonne begrüßt. Wir checkten in ein Hotel ein, wo wir für 10 Euro auf dem Parkplatz schlafen konnten. Der Blick aufs Meer war einfach traumhaft. Wir überlegten nicht lange und bestellten die erste Peruanische Ceviche. Hmmmm, die kommt an die von der Baja California Sur in Mexico ran. Scharf und frisch!

Über den Strand ging es dann ins Dorf. Wir waren mit wenig Lebensmitteln über die Grenze gekommen, da man nie weiß, was einem abgenommen wird, also ging es erst mal einkaufen. Puh, teuer! Das wird noch witzig, wenn die Preise überall so sind. Ich bekam dann auch meine erste (und letzte) Inka-Cola. Alter Verwalter, die schmeckt wie flüssiges Bum Bum Eis.

Auf dem Rückweg gabs noch ein Eis und es fühlte sich schon sehr nach Urlaub an.

Im Hotel wollten wir eigentlich was länger bleiben. Leider fühlten wir uns trotz Pool und fantastischer Aussicht nur mittelmäßig wohl. Man ließ uns spüren, dass wir als Camper nur die Gäste zweiter Klasse sind. Schade. Nach einem Arbeitstag und einem Surftag machten wir uns also wieder auf den Weg.

Wir parkten ein paar hundert Meter weiter am Strand von Mancora und hatten eigentlich vor, dort zu übernachten. Es war aber furchtbar viel los und dauernd war jemand am Auto. Bruno unbeobachtet länger dort stehen zu lassen, fanden wir nicht so sicher, also ging es kurzerhand weiter. Wir fuhren unendlich lang durch Wüste und karge Landschaft und es erinnerte uns an die Küsten der Baja California in Mexico. Komisch, dass ich mit Peru überhaupt nicht die Wüste assoziiert habe und sie sich eigentlich die komplette Küste lang erstreckt und wirklich riesig ist.

Nachmittags kamen wir in Lobitos an. Lobitos ist eine Geisterstadt. Ein ehemaliges Militärgelände, was mittlerweile verlassen ist und zerfällt. Es scheint so, als hätte die peruanische Regierung einfach vergessen, dass sie dort Land besitzen. Wir parkten zwischen den Ruinen und waren begeistert.

Nach einem gemütlichen Abend erkundeten wir am nächsten Morgen das Gelände. Der Surf sah gut aus und die leerstehenden Gebäude waren echt cool. Einziger Nachteil an unserem neuen Platz war der Wind. Es war richtig kalt und stürmig.

Trotzdem gings mit den Surfbrettern und Neopren ins Wasser. Kalt! Eiskalt! Nach wenigen Minuten waren unsere Füße nur noch blaue gefrorene Klötze. Damit richtig aufs Brett zu springen war quasi unmöglich. Der Humboldt-Strom brachte also auch hier noch die kalten Strömungen. Nachdem mir das Board dann dank Wind voll auf den Kopf geknallt war, hatten wir genug. Es ging schnell zurück zu Bruno und wir packten uns warm ein. Da kam sogar die Winterjacke zum Einsatz.

Nach einem weiteren Tag Surfen und entspannen sind wir dann noch am Strand spazieren gewesen. Wir fanden viele weitere verlassene oder besetzte Häuser, eine ziemlich laute Ölförderanlage und sogar ein paar offene Hotels und einen weiteren Surfbreak. Trotzdem fanden wir unseren Spot in der Ruinenstadt deutlich cooler und entspannter und freuten uns über einen weiteren wunderschönen Sonnenuntergang und darüber, dass uns eigentlich nur ein paar Surfer begegneten und sonst alleine waren.

Nach ein paar Tagen Lobitos war es Zeit für einen großen Supermarkt. Mittlerweile waren wir echt an den letzten Vorräten dran. Also ging es sehr früh morgens über die Schotterpiste bis nach Talara. Talara ist eine ziemlich schäbige Hafenstadt und im Umland wird Reis angebaut. Immerhin mal was grün in der kargen Landschaft und den Müllbergen.

Von Talara ging es bis nach Piura, wo wir den ersten großen Supermarkt fanden. Wir eskalierten komplett und die Rechnung ließ und schlucken. Wahnsinn, wie teuer die Lebensmittel hier sind. Schokolade, Bier, Käse, Backwaren und alle westlichen Produkte machen uns richtig arm.

Von Piura aus ging es weiter an der Küste entlang. Wüste und Müll.

Abends kamen wir in Puerto Chicama an. Dieser Ort ist berühmt für die längste Surfwelle der Welt. Wir fanden einen Spot am Strand, fanden es aber im Vergleich zu Lobitos nicht ganz so toll. Viele kaputte Menschen, verlassene Häuser, eine Promenade die irgendwie überhaupt nicht ins Bild der verlassenen Stadt passte und Wind ohne Ende. In Puerto Chicama fanden wir auch eins der Bauprojekte, die nie vollendet wurden. Riesige Siedlungen von immer gleichen, winzigen Häusern, die so vor sich hingammeln und nie fertig gestellt wurden. Insgesamt ein komisches Dorf, fanden wir und nach unseren Erfrierungen in Lobitos hatten wir auch wenig Lust auf Surfen.

In unserer zweiten Nacht tauchte dann um 3 Uhr morgens ein Auto auf und die Besatzung entschied, diekt vor Bruno die Boxen aufzudrehen und eine Strandparty zu starten. Wir zogen uns an und fuhren ziemlich genervt den Strand einen Kilometer weiter runter und versuchten wieder zu schlafen. Warum müssen die sich immer genau vor uns parken, wenn sie Party machen? Es ist so typisch Lateinamerika, aber verstehen werde ich es trotzdem nie.

Perus Nordküste machte es uns nicht ganz einfach sie zu mögen und der Weg in die nächste große Stadt prägt mein Bild wohl für immer. So viel Müll habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen und das ganze auf der Straße, wo eine der berühmtesten Inkastätte der Region liegt. Das blaue Schild das auf die Sehenswürdigkeit hinweist, versank in Plastik, Autoreifen und Bauschutt. Auf Anhalten und Anschauen hatten wir dann echt keine Lust mehr. Der Gestank war unerträglich und die Skyline der Stadt verschwand im Smog. Oh Peru.

Wir bogen also ab ins Hochland und hofften auf bessere Tage. Wir fuhren bis zur Dämmerung und befanden und dann wiedermal auf einem Pass der über 4000 Höhenmeter maß. Unsere verschweißten Tüten vom Einkauf auf Meeresniveau platzten aus den Schränken.

Kurz vor Dämmerung fanden wir einen Spot zum Campen an einer heißen Quelle im kleinen Örtchen Cachicadán und man ließ uns in Ruhe. Es wurde schnell kalt und wir verzogen uns für eine frühe Nacht in den Camper.

Leider war die Nacht auch nicht so erholsam wie gehofft. Gegen 2 Uhr tauchte eine Truppe Jungs auf Rollern auf. Nachdem sie Bruno inspiziert hatten brachen sie in das Gelände der Hotspring ein. Wenig später tauchten zwei Sicherheitsmänner auf und die nächste Stunde fingen sie die Jungs ein und pfiffen fleißig auf ihren Trillerpfeifen. Wunderbar! Als die sehr betrunkenen Jungs mit ihren Rollern dann endlich abgedüst waren, konnten wir den Rest der Nacht durchschlafen. Manchmal ist es echt zum Mäusemelken. Man denkt man hat einen ruhigen Spot gefunden und dann ists genau das Gegenteil. Wir hofften auf mehr Glück in den folgenden Tagen und vor allen Dingen Nächten.