Auf der Suche nach den Tarsieren 

Auf der Suche nach den Tarsieren 

Die letzten drei Tage waren wir in Tangkoko im Jungle Reservat. Da hatten wir einen Bungalow in einem kleinen Ort. Am ersten Tag waren wir nur noch im Ort unterwegs und am rabenschwarzen Strand. Man merkt die Einflüsse der Vulkane rundrum auch an der Sandfarbe. Im Dorf haben wir nett gelächelt und gegrüßt, ganz wie in Roetgen, denn wer weiß schon ob nicht einer von denen Mama kennt und ihr beim nächsten zufälligen Treffen im Aldi berichtet, dass ihre Tochter nicht grüßt.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Trekkings durch den Regenwald. Der Erste morgens um 6. Begrüßt wurden wir direkt am Anfang von einer Horde schwarzer Schopfmakaken. Echt freundliche Affen, die, wieso auch immer, an uns allen vorbei liefen und bei Hanno abklatschten. Gleich und gleich gesellt sich gern, oder so…

Dann sahen wir noch einen King Fisher, riesige Balsa- und Ebenholzbäume und super niedliche Kuskus (Bären, die nur Blätter und Insekten futtern). Knapp 1,5 Stunden verbrachten wir an einem Nest von Riesennashornvögeln. Ich wurde zwischenzeitlich in den Hintern gepiekt (von was auch immer) und die Temepatur stieg auf Millionen Grad und die Luftfeuchtigkeit auf 1000%. Aber das Warten hat sich gelohnt. Die Frau mauert sich nämlich während der Brutzeit in einen Baum mit Hilfe ihrer eigenen Exkremente ein. So sitzt die Arme im Baum fest und kann nur warten, dass ihr Göttergatte regelmäßig vorbei schaut und sie sich von seinem hochgewürgtem Erbrochenen ernähren kann. Wir waren bei diesem romantischen Moment live dabei. Freude! Neee, aber mal ehrlich, die Vögel sind riesig, wir sind echt beeindruckt, dass so ein Kollos so galant fliegen kann.

Abends stand unser Trek in anbrechende Dunkelheit ganz im Zeichen der Tarsiere. Die kleinsten Affen der Welt. Wir suchten also dem Familienbaum auf, der locker eine  Requisite beim Hobbit im Elfenwald sein könnte. Es wurde dunkler und langsam aber sicher traute sich Familie Tarsier aus den Höhlen. Nicht größer als Ü-Eier, super flauschiiiig und sooo große Glubschi-Augen. Hach, wie gerne hätte ich einen mitgenommen. Leider gabs auch wieder ein paar Touristen, die wie Elefanten durch den Urwald gestampft sind. Gibts wohl überall, aber traurig machts uns trotzdem. Auf dem Rückweg, mittlerweile im Stockdunkeln, schauten wir noch bei den Taranteln vorbei, bevor wir ins Bett fielen.

Heute gings zurück in Richtung Manado mit Stop in einem Rescue-Center für beschlagnahmte Tiere aus dem Hafen von Bitung und ein stockschwuler Biologe führte uns durch die Anlage. Sogar Orang Utans und Walabis wurden da wieder aufgepeppelt.

Jetzt sind wir zurück in Manado, einer eher hässlichen, lauten, wenig interessanten Stadt. Morgen nehmen wir den Flieger nach Makassar und steigen abends für 10 Stunden in einen Nachtbus nach Rantepao. Mal schauen, was Süd-Sulawesi so zu bieten hat.

Als kleine Hommage an Riga und Marlenes kaputten Fuß gibts heute auch noch eine besondere Bildergallerie zu den asiatischen Gehwegzuständen:

 

 

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