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Kategorie: Weltreise

Tag 1160-1169 | Culpina K, Alota, Valle de Roca, Avaroa, Laguna Hedionda, Laguna Honda, Arbol de Piedra, Laguna Colorada, Sol de mañana Geysier, Laguna Blanca, Laguna Verde, Hito Cajon, Potosí, Bolivien

Tag 1160-1169 | Culpina K, Alota, Valle de Roca, Avaroa, Laguna Hedionda, Laguna Honda, Arbol de Piedra, Laguna Colorada, Sol de mañana Geysier, Laguna Blanca, Laguna Verde, Hito Cajon, Potosí, Bolivien

Von Sucre aus ging es wieder all den Weg zurück bis Uyuni. Zum Glück war die Straße gut ausgebaut und sehr interessant. In Uyuni tankten wir nochmal voll und da wir noch Zeit bis zur Dämmerung hatten fuhren wir noch weiter Richtung Lagunenroute. Auf dem Weg von Sucre hatten wir schon ein Klackern vernommen, aber nichts feststellen können. Wir hatten mehrmals gehalten, versucht das Geräusch zu orten, unterm Auto gelegen und optisch geprüft ob wir was finden. Ein ungutes Gefühl blieb trotzdem.
In Uyuni regnete es in Strömen und die nächsten 2 Stunden kämpften wir uns durch roten Lehm und sogar Schnee. Keine perfekten Bedingungen um unter dem Auto zu liegen, aber an unserem Stellplatz für die Nacht fanden wir dann doch noch unser Problem. Die fixierende Schraube unserer Lenkung war verloren gegangen. Rausgerissen aus dem Gewinde, welches leider aus Aluminium besteht. Mist! So wurde aus einer Nacht im nirgendwo namens Culpina K zwei Nächte und den nächsten Tag verbrachten wir damit eine Lösung zu finden. Die nächste wirkliche Zivilisation befand sich mindestens 200 km entfernt und ob es dann da eine Werkstatt oder einen Mechaniker gäbe stand in den Sternen. Wir mussten also selbst eine Lösung finden.

Wir verklebten die Schraube mit Epoxy und ließen das ganze 24 Stunden in Ruhe. Trotzdem standen die Chancen schlecht, denn es war nur knapp über 0 Grad und für den Kleber deutlich zu kalt.

Am nächsten Morgen fuhren wir vorsichtig weiter und die unausgesprochene Frage stand im Raum, wie wir in dem Zustand 260 km Offroad auf der Lagunenroute bis Chile hinbekommen sollten. Wir kamen 15 km weit, dann war wieder alles im Eimer und die Lenkung komplett lose. Wir verbrachten dann zwei Tage im nächsten Nirgendwo namens Alota (hier gabs immerhin Schafe, Hunde und zwei Schäfer), reinigten alles und schnitten ein größeres Gewinde um eine dickere Schraube einzusetzen. Das kostete uns einen gesamten Tag, da wir alles mühsam per Hand anpassen mussten damit die dickere Schraube passte und es regnete einfach ununterbrochen in Strömen. Immerhin waren wir am Ende des Tages relativ zufrieden mit unserer Lösung und optimistisch, dass sie hält. Was wir zu dem Zeitpunkt noch immer nicht bemerkt hatten war, dass die Lenkung noch an einer zweiten Schraube mit dem Differentialgehäuse befestigt war. Diese Schraube fehlte auch, aber das hatten wir zweimal nicht gesehen. Das ganze würde uns also etwas später im nächsten Land so richtig in Schwierigkeiten bringen. Aber das ist eine Story für den nächsten Blog.

Mit drei Tagen Verzögerung und etwas Zeitruck im Nacken wegen dem Ablaufdatum von Chicos Papieren ging es dann endlich weiter. Den nächsten Tag verbrachten wir mit einem Spaziergang in das Valle de Roca. Die Piste dort hin war schon komplettes Wellblech und stellte unsere neue Konstruktion an der Lenkung direkt auf die Probe. Das Valle de Roca überraschte uns positiv und wir verbrachten einen richtig schönen Nachmittag dort, bevor wir ein bisschen Strecke machten.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich in die Laguna Route abbiegen, aber da bei Hanno auf der Arbeit die Hütte brannte und wir kaum Handyempfang hatten, fuhren wir näher an die chilenische Grenze, wo der Starlink funktionierte und Hanno einen Tag lang arbeiten konnte. Das der Starlink funktionierte machte Hoffnung, dass er auch auf der Lagunenroute noch das chilenische Signal empfängt und wir in Ruhe und gemütlich reisen könnten. Abend fuhren wir also noch in die Schotterpiste, die den Start der Lagunenroute markierte. Auf den ersten 500 m fuhren wir uns dann fast schon fest, landeten ein paar Kilometer später an einem Graben, wo wir den Böschungswinkel unterschätzen und Bruno mal so richtig mit dem Unterfahrschutz in den Dreck rammten. So fühlt sich dann wohl frontal gegen eine Wand fahren an. Fing ja schonmal gut an. Zum Glück waren wir langsam und Auto, Katze und Menschen blieben unversehrt. Die Lagunenroute zählt zum abgelegensten Teil des Landes, es gibt keine Straßen und keine Wegweiser. Wir navigierten komplett mit GPS Daten und bahnten uns unseren eigenen Weg von Lagune zu Lagune. Viele Blogs und Reisende beschreiben die Route als sehr anspruchsvolle Offroadstrecke. Wir starteten also mit einem Haufen Respekt in die Unternehmung und hatten unsere angeschlagene Lenkung bei jedem Manöver im Hinterkopf. Keine ideale Ausgangslage. Am Ende können wir sagen: alles halb so wild. Wir brauchten kein Allrad und fanden die Waschbrettpiste einfach nur sehr anstrengend. Die dicken Räder und Bodenfreiheit machten die Route für uns aber auch sicher deutlich komfortabler als für einen Kleinwagen.

Am ersten Abend fanden wir einen wunderschönen Stellplatz an der Laguna Hedionda. Die Nacht war eisig und jenseits von 0 Grad und totenstill. Wir schliefen nach den doch relativ chaotischen vorangegangenen Tagen so hervorragend. Die Lagunen sind alle bewohnt von drei Arten von Flamingos: Andenflamingos, Jamesflamingos, und Chileflamingos. Die Amigos frieren nachts in den Lagunen fest und warten morgens darauf, dass die wärmenden Sonnenstrahlen sie wieder frei tauen. Kann sich auch niemand ausdenken sowas… Der eisige Morgen war wunderschön und super friedlich. Wir sahen keine Menschenseele und genossen einen Spaziergang mit Chico. Der Starlink funktionierte und nahm uns den Druck raus die Strecke am Wochenende schaffen zu müssen. Hervorragend.

So gingen wir es langsam an und fuhren nur ein kurzes Stück bis zur Laguna Honda weiter, wo wir uns in den nächsten Ausblick verliebten und direkt wieder für die Nacht blieben. Wir packten nach langer, langer Zeit nochmal die Campingstühle und den Hängesitz fürs Heck aus, frühstückten draußen und genossen den Tag in vollen Zügen.

Dann gings weiter durch endlose Hochebenen. Auf über 4500 Metern packten wir die Drohne aus. Die schaffte aber bei der dünnen Luft nur gerade so einen Backflip bevor sie wieder auf dem Boden landete. Dann halt nicht. Größte Herausforderung beim Fahren über die Hochebenen ist es, nicht die Orientierung zu verlieren und nicht mit dem Unterboden aufzusetzen. Die unendlich vielen Spurrillen sind ganz schön tief. Außerdem sind Umwege nicht ganz ohne, denn von der letzten Tankstelle vor der Lagunenroute in Uyuni bis zur nächsten Tankstelle in Chile waren es 600 km und auf der Höhe verbraucht man doch deutlich mehr Sprit als sonst. Wir hatten vorsichtshalber noch 20 L Extradiesel in einen Kanister getankt.

Ziel für den nächsten Tag war dann die Laguna Colorada. Das absolute Highlight und Touristenmagnet. Die Farben waren sehr beeindruckend, aber insgesamt fanden wir die Tage an den menschenleeren Lagunen doch etwas schöner und entspannter als dort mit den immer gleichen Touranbietern und ihren Gästen in den kleinen 4×4 Toyotas auf dem Parkplatz zu stehen. Außerdem zog es ordentlich an der Lagune und der Wind trieb uns schnell wieder zurück ins Auto.

Für die Nacht suchten wir uns einen einigermaßen windgeschützten Platz in einem kleinen Canyon. Der war echt schön und Chico war den ganzen Abend auf Chinchilla-Jagt, während wir Reibekuchen selbst machten und den Abend gemütlich ausklingen ließen. Zum Glück sind die kleinen Fellkneuel Chico an den steilen Steinwänden deutlich überlegen und er kam Nachts ohne Geschenk für uns zurück.

Am nächsten Morgen ging es dann mit Bruno hoch auf 5000 Höhenmetern und wir frühstückten am Geysir Sol de Mañana. Man kann einfach so in das Vulkanfeld laufen und muss echt ein bisschen aufpassen, dass man nicht in eins der dampfenden Löcher tritt. Chico gruselte sich ganz schön vor den blubbernden Matschquellen und uns ging nach und nach die Puste aus. Nach 2 Stündchen hatten wir genug und wir fuhren weiter Richtung Süden.

Letzter Stop war dann die Laguna Blanca und die Laguna Verde. Von hier aus sollte es nach Chile über die Grenze gehen. Eigentlich wollten wir in der Laguna Blanca noch in eine heiße Quelle. Wir fanden die Quelle auch nach ein bisschen Suchen, da die Vicuñas darin standen und sich im heißen Wasser die Füße wärmten. Wir arbeiteten uns durch knöcheltiefen Schlamm bis zu der Stelle vor und entschieden uns dann doch dagegen. Uns war das Ganze mit dem starken Wind doch etwas zu kalt. Wir kochten dann in Bruno zum Mittagessen ein Festmahl, da die Chilenen uns an der Grenze alles abnehmen würden und schmausten nochmal so richtig.

Da wir gut in der Zeit waren dachten wir, wir gehen schon Nachmittags über die Grenze. Die Rechnung hatten wir aber ohne den bolivianischen Grenzbeamten gemacht, der an dem Tag entschieden hatte, schon um 16 Uhr Feierabend zu machen. Also verbrachten wir noch eine Nacht auf der Laguna Route, wurden von Schnee überrascht und rätselten, ob die Chilenen uns mit Chico am nächsten Tag reinlassen würden. Die Papiere sind ab Ausstellung 10 Tage gültig, aber niemand weiß, ob der Ausstellungstag schon mitzählt. Die Papiere waren vom 8.12. und die Grenze würden wir jetzt am 18.12. machen. Entweder waren die Papiere gerade noch gültig oder gerade abgelaufen…

Bolivien hat uns überrascht. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet, wenig bis kein Wissen über das Land und es war einfach durchweg fantastisch. Ein kleines Land, welches durch unendliche Wildcamping-Möglichkeiten, faszinierende Natur, interessante Städte und nette Menschen direkt einen Platz in unserem Herzen erobert hat. Wir haben hier nach dem Peru-Albtraum neue Kraft geschöpft und wieder Lust am Reisen gefunden. Der Abschied aus Bolivien fiel ohne Witz echt schwer und ich hoffe wir sehen uns nochmal wieder um die Regionen jenseits des Altiplano erkunden zu können. Boliviens politische Lage ist gerade auch nicht ganz stabil und wir hatten uns daher dagegen entschieden in die Krisengebiete des Landes zu fahren. Landschaftlich und kulturell müssen die aber auch nochmal ganz toll sein und für uns bleibt definitiv ein Grund nochmal wieder zu kommen.

Tag 1151-Tag 1160 | Garci Mendoza, Choqueza, Salar de Uyuni, Uyuni, Potosí / Sucre, Chuquisaca, Bolivien

Tag 1151-Tag 1160 | Garci Mendoza, Choqueza, Salar de Uyuni, Uyuni, Potosí / Sucre, Chuquisaca, Bolivien

Weiter gings bis Garci Mendoza. Hanno arbeitete auf dem Beifahrersitz und ich fuhr uns über endlose Schotterpisten. In den letzten Monaten bin ich gar nicht gefahren, obwohl ich das eigentlich gerne mache. Aber Kolumbiens Verkehr – und erst recht dann Perus – haben mich komplett abgeschreckt. Jetzt in Bolivien machte es wieder richtig Spaß und so konnten wir die Fahrzeit wieder sinnvoller nutzen und abwechseln. Auf dem Weg zu unserem Ziel kamen wir noch an einem spektakulären Meteoritenkrater vorbei und fühlten uns ein weiteres Mal ziemlich klein auf dieser Welt.

In Garci Mendoza gabs die letzte Tankstelle bevor es auf die Salar de Uyuni ging. Wir tankten also nochmal voll und verkrümelten uns dann noch zwei Nächte in die angrenzenden Berge. Von hier aus konnten wir die Salar schon sehen und die Sonnenuntergänge waren wunderschön in den Bergen. Wir planten dann unsere Route über das Salz, Hanno arbeitete und Chico ging seiner Lieblingsbeschäftigung nach (in möglichst farbigem Dreck rollen).

Hannos Arbeit hat die Reise in vielerlei Hinsicht verändert. Die Suche nach dem täglichen Internet ist manchmal ziemlich nervig (da leider in Bolivien und auch Argentinien der Starlink noch nicht funktioniert) und wir müssen mehr auf die Wochenenden legen und manchmal länger an Orten sein, die wir sonst vermutlich mit einem halben Tag abgehakt hätten. Aber ohne das Geld wäre unsre Reise wohl auch schon vorbei und der Job ist gut und erfüllend für Hanno und sein Chef ist der verständnisvollste Mensch der Welt. Heißt aber auch klassische Rollenverteilung, da Hanno mit der Arbeit voll ausgelastet ist. Reiseplanung, Waschen, Kochen, Putzen, Organisation von einfachsten Dingen die wir in unseren Wohnungen zu Hause mal gerade nebenbei machen, Routenplanung etc., frisst meinen gesamten Tag. Das das nicht immer zu Glücksgefühlen bei mir führt, kann sich sicher jeder denken. Aber wir haben uns arrangiert und eingespielt und eigentlich können wir uns echt nicht beklagen. Der Wunsch die Panamericana zu Ende zu fahren ist weiter groß und dafür erbringen wir dann gerne ein paar Opfer, verzichten auf ein paar Spots und reisen langsamer.

Dann gings endlich los! Ich freute mich schon seit Tagen riesig! Wir schliefen noch eine Nacht in Choqueza am Fuße des Vulkans und gingen zu Fuß auf erste Tuchfühlung mit dem Salzsee und seinen Wasseraugen. Chico beobachtete und verfolgte die Alpakas und Flamingos und wir staunten über die endlose Weite die sich vor uns auftat.

Die Salar de Uyuni ist die größte Salzpfanne der Welt. Ihre Salzschicht beträgt bis zu 30 m und darunter befindet sich ein See aus Sole. Mehrere Monate im Jahr ist die Salzpfanne überflutet und nicht befahrbar und wir befanden uns genau am Übergang in die Regenzeit. Also gab es keine Zeit zu verlieren und wie sich herausstellte, erwischten wir die letzten trockenen Tage der Saison. Welch ein Glück! Die 2 Tage auf der Salar de Uyuni waren nämlich ein absolutes Reisehighlight. Trotzdem ist die Fahrt nicht zu unterschätzen, da überall Wasseraugen auftreten können die einem dann bis zur Antriebswelle im Salz versinken lassen. Immer wieder kamen wir an Spuren von größeren Buddelaktionen vorbei und hofften, dass der Kelch an uns vorüber geht. Wir schalteten einen Gang runter und tuckerten sehr gemütlich über das Salz, sodass wir kritischen Stellen frühzeitig ausweichen konnten. Die örtlichen Touren in ihren Toyotas bretterten wie die Irren über das Salz. Aber die machen das ja auch täglich und kennen vermutlich ihre Wege. Wir trauten uns erst am Ende des Tages eigene Wege einzuschlagen und folgten vorher den Reifenspuren im Salz.

Den ersten Tag verbrachten wir mit viel Spielerei an der Kamera. Die Weite eignet sich hervorragend für optische Täuschungen und wir hatten einen Heidenspaß. Trotz Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 85 verbrannten wir uns komplett die Gesichter. Die Sonne war so unglaublich stark und unsere Augen schmerzten schon nach kurzer Zeit trotz Sonnenbrille. Chico fand das auch so gar nicht witzig und er verzog sich in die abgedunkelte Wohnkabine nachdem er festgestellt hat, dass die Umgebung ziemlich langweilig für ihn ist.

Nachmittags fuhren wir dann noch zur Isla Incahuasi, die weniger touristische Isla Phia Phia und Isla Pescado. Das ist schon verrückt. Man fährt kilometerweit und stundenlang über die Salzwüste und dann taucht plötzlich eine Insel auf. Auf den Inseln gibt es Höhlen und tausend Jahre alte Kakteen, ein paar Büsche und viele coole Feldformationen. Wir spazierten also ein paar Stündchen auf den Inseln rum.

Klar war, dass wir definitiv auf der Salar de Uyuni schlafen wollten. Das hieß vor allen Dingen Temperaturen unter 0 Grad nach Sonnenuntergang und irgendwie ans Ufer der von uns auserkorenen Isla Pescado kommen. Die Uferzonen sind besonders abenteuerlich, da dort die Salzkruste nur wenige cm dick ist und dann komplett verschwindet. Ein bisschen Feuchtigkeit reicht um komplett am Ufer im Matsch zu versinken. Wir parkten Bruno also auf sicherem Terrain und erkundeten unseren Weg erstmal zu Fuß. Ohne Drama kamen wir dann an „Land“ und machten es uns so richtig gemütlich. Das Lagerfeuer fiel dann leider wegen Wind aus und die Startrail-Aufnahme mit der Spiegelreflex wurde leider auch nix, da wir vergessen hatten, dass wir in der südlichen Hemisphäre den nördlichen Polarstern nicht sehen und stattdessen nach Süden hätten ausrichten müssen.

Wir machten es uns dann mit Weinchen und einem Film gemütlich. Die Nacht war wohl eine der besondersten und stillsten die wir je erlebt hatten. Man hört gefühlt seinen eigenen Herzschlag.

Am nächsten Tag packten wir dann noch die Drohne aus um noch ein paar Aufnahmen zu machen. Die Arme hatte ganz schön Mühe auf 3600 Höhenmetern überhaupt hoch zu kommen und nicht vom Himmel zu fallen. Nicht nur uns und Bruno war die Luft also ein bisschen zu dünn. Sowohl Hanno als auch ich hätten sie fast in den Boden gelenkt, bis uns klar wurde dass sie einfach an Höhe verliert ohne das wir was dazu beitrugen. Trotz dieser Schwierigkeiten sind meiner Meinung nach ganz coole Aufnahmen entstanden.

Bis Nachmittags fuhren wir dann noch ein bisschen kreuz und quer über die Salar und natürlich auch zu den Länderflaggen und zum Dakar Monument. Hier waren uns aber zu viele Touristen und mittlerweile waren wir sowas wie schneeblind. Trotz der permanent getragenen Sonnenbrillen hatten unsere Augen ganz schön gelitten und wir freuten uns auf ein bisschen mehr Abwechslung zum steten Weiß.

Also ging es runter von der Salar und ab zur ersten Autowäsche die wir finden konnten. So viel Salz überall. Wir hörten den Rost am Unterboden vor Freude eine Party feiern. Leider war die Autowäsche eher schludrig und wir würden in Sucre eine zweite suchen.

Weiter ging es dann zum Eisenbahnfriedhof in das kleine Örtchen Uyuni, wo wir zum Sonnenuntergang zwischen den Wracks spazieren gingen und im Anschluss eine stürmische Nacht verbrachten.

Dann ging es am nächsten Morgen früh nach Sucre. Hier würden wir eine Woche verbringen. Wir fanden eine weitere Autowäsche und gönnten Bruno ein zweites Vollbad und fuhren dann auf den Campingplatz in der Stadt.

Die nächsten 5 Tage verbrachten wir dann mit Haushalt und Arbeit und damit Chicos Ausreisepapiere zu besorgen. Der Prozess war grauenhaft und unglaublich lang. Als erstes gings zum Tierarzt. Der war allerdings mehr als nur leicht angetrunken und Chico hatte richtig Schiss. Am Ende ließ er zum Glück die Finger von der Katze und sah uns nur zu, wie wir Chico die Pille zur Parasitenbehandlung verabreichten. Seine Tochter würde den Papierkram übernehmen und wir waren ganz glücklich, dass wir uns nicht auf den Besoffski verlassen mussten. Die Papiere waren durchnummeriert und durften nur von autorisierten Tierärzten ausgefüllt werden. Es kostete die Dame einen Tag um das Papier zu besorgen. Dann wurden alle Dokumente per Whatsapp an die Veterinärsbehörde geschickt. Stunden später bekamen wir dann unsere Vorgangsnummer und ein Dokument zum Ausdrucken mit dem wir bei einer bestimmten Bank die Bearbeitungsgebühr bezahlen konnten. Nach Zettelchen ziehen, Anstehen und Bezahlen bei der Bank gings dann mit dem Taxi zur Veterinärsbehörde etwas außerhalb der Stadt. Dort gaben wir das Papier vom Tierarzt unseren Zahlungsbeleg und diverse Kopien ab und mussten „Documento No.1“ ausfüllen, welches exakt die gleichen Daten beinhaltete, die bereits auf dem Papier vom Tierarzt standen. Total logisch und überhaupt nicht sinnlos… Alles wie immer. Wir dachten wir hätten es dann geschafft und echt nur 2 Tage gebraucht. Tja, leider schickte uns der Beamte weg und meinte wir könnten das endgültige Dokument am nächsten Tag um 10 Uhr abholen. Schade. Also gings mit dem Taxi zurück zum Camping. Am nächsten Tag hielten wir dann endlich das Papier in Händen und ab jetzt liefen die 10 Tage, in denen wir rüber nach Chile konnten.

Auf dem Campingplatz wurde es dann zum Wochenende hin immer voller und wir hatten jetzt durch die Deadline auf Chicos Papieren und die doch noch enorme Strecke bis zur Grenze Hummeln im Hintern. Also packten wir und fuhren Freitags wieder Richtung Uyuni.