Tag 711-726 | Playa del Carmen, Tulum, Balsam Nah, Mahahual, Chemujil, Punta Morelos, Isla Blanca, Cancun, Quintana Roo, Mexico

Tag 711-726 | Playa del Carmen, Tulum, Balsam Nah, Mahahual, Chemujil, Punta Morelos, Isla Blanca, Cancun, Quintana Roo, Mexico

Von den letzten Cenoten im Yucatan ging es dann am nächsten Tag rein nach Quintana Roo.
Quintana Roo ist DAS Ziel aller Urlauber und der Massentourismus hinterlässt so seine Spuren. Für uns Camper heißt das vor allen Dingen stundenlange Stellplatzsuche.
Eigentlich wollten wir eine Nacht in Playa del Carmen bleiben, aber nach einem Besuch im Supermarkt und der Partymeile entschieden wir uns schnell weiter die Küste runter zu fahren.
Leider wurde es auch die Küste runter nicht besser. Wir versuchten auf diversen Stichstraßen ans Meer zu kommen, aber immer wieder wurden wir durch Schranken blockiert oder von Securities zurück geschickt, weil Bruno wohl nach ihrer Meinung nix am Strand der Hotelbunker zu suchen hat.
100 km die Küste runter hatten wir noch immer keinen öffentlich zugänglichen Strand gefunden. Die komplette Küste ist voll mit Hotels. Super schade!

Also landeten wir in Tulum, dem nächsten Touristen-Hotspot und wir entschieden uns mal in einem Hotel mit Gartenanlage nachzufragen. Wir durften für die Nacht bleiben. Als erstes hieß es aber diverse Stromkabel anheben, bevor wir Bruno und Jaros Landrover in den kleinen Stellplatz zirkeln konnten.
Auf die Stadt hatten wir keinen Bock also versackten wir den Abend im Garten und planten unsere Tauchtour sowie die weitere Route inkl. Grenzübertritt.

In Tulum waren wir nur geblieben, weil wir die Ruinen am Meer besichtigen wollten. Also ging es am nächsten Morgen früh los und wir reihten uns in die endlose Schlange von russischen Touristen.
Die Ruinen sind toll, werden aber förmlich überrannt und es war mit Höchstleistung und Wartezeit verbunden um ein Foto ohne Menschen zu schießen. Dazu wurde es ab 10 Uhr morgens unerträglich heiß und es roch nach unendlich vielen schwitzenden Menschen und vor sich hingammelndem Seegras.

Ein bisschen Ironie des Schicksals, dass die Küste seit ein paar Jahren und für die komplette Sommersaison von Tonnen von Seegras heimgesucht wird. Forscher gehen davon aus, dass zu viel Abwasser der Hotelkomplexe ins Meer geleitet wurde und ein überdimensionales Braunalgenwachstum erzeugt hat. Nun verbringen die Hotelbetreiber Tag und Nacht damit Tonne um Tonne der angeschwemmten Algen an den Stränden wegzukarren. Erst mal sieht es nicht schön aus, aber schlimm ist einfach der Gestank. Es riecht so, als hätte der Bauer auf dem Feld gerade frisch Gülle gefahren. Herrlich! So lässt sich der teure All-inklusive Urlaub doch richtig genießen.

Für uns gings danach weiter irgenwo ins Nirgendwo an einen See, der eher an ein Brackgewässer erinnerte. Das Freibad wo wir parkten hatte die besten Zeiten längst hinter sich, aber reichte für die Nacht. Chico konnte rumrennen und wir uns im maroden, halbgefüllten Pool abkühlen. Abends gab es nach super langer Zeit sogar nochmal ein Lagerfeuer.

Dann gings auf direktem Weg an die Küste nach Mahahual und wir freuten uns einen kostenloen Stellplatz direkt am Leuchtturm zu finden. Der Wind war anlandig und nun konnten wir mit der eigenen Nase erfahren, wie hervorragend Seegras stinkt. Naja, wir waren ja zum Tauchen hier und würden Bruno quasi nur zum Schlafen sehen.

Mahahual ist ein echt süßes Dörfchen und wirkte auf uns sehr entspannt und verschlafen. Die Anleger für riesige Kreuzfahrtschiffe und die unendliche Anzahl von Souveniershops ließ aber erkennen, dass es hier vor Covid wohl proppenvoll war. Wir waren ganz froh, das nicht viel los war. Einige leerstehende und vor sich hinrottende Hotels und Restaurants an der Uferpromenade erzählten allerdings von der Not, in der die örtlichen Dienstleister und Veranstalter gerade sind. Hier leben alle vom Tourismus und der bleibt weitestgehend aus.

Am ersten Abend trafen wir uns mit Tauchlehrer Oscar und am nächsten Morgen gings schon los. Die nächste Woche absolvierten wir die benötigten Tauchgänge, erfüllten die Aufgaben und paukten die Theorie. Nach 6 Tagen waren wir dann nach einem finalen, aufregenden und etwas gruseligen Nachttauchgang Besitzer des Advanced Open Water Scheins. Nun dürfen wir tiefer tauchen, können Navigieren (haha, als ob…) und haben mehr Übung im Austarieren und dem Strömungstauchen.

Abends kurbelten wir die ein oder andere Gastronomie wieder an und fanden ganz nette Restaurant. Nach dem Tauchen waren wir meistens einfach zu k.o. zum Kochen und die Woche in Mahahual fühlte sich echt wie purer Urlaub an. Die Riviera Maya ist schön und bisher sind die Massen hier wohl abgesehen von den paar Tagen an denen Kreuzfahrtschiffe anlegen, noch ausgeblieben. Wie lange das so bleibt, ist allerdings fraglich.

Tja und Montag sollte es dann nach 1,5 Jahren Mexico endlich über die Grenze nach Belize gehen. Alles war vorbereitet. Die Dokumente hatten wir zusammen, die Erlaubnis für Chico vom Agraramt war da und der geforderte Reiseplan mit Unterkünften und Co war vorbereitet. Dann erfuhren wir, dass Bruno nicht rein darf! Ich konnte es echt nicht fassen. Aber nein, Belize reichte es nicht, dass sie mit ihren geforderten Buchungen in sogenannten (Health) Gold Standard Hotels und (Health) Gold Standard Touren schon Kohle ohne Ende machten, nein, sie wollten nun auch noch Gold Standard Transportation. Man ließ uns netterweise 2 Optionen: Das Mieten eines Wagens oder private Chauffeur-Services.

Ganz ehrlich, ich bin dann mal kurz ausgerastet. Ich glaub die spinnen! Nachdem ich mich dann beruhigt hatte, musste mal wieder ein alternativer Plan her und der hieß folgendermaßen: Nach Hause!

Es gab unendlich viele Gründe dafür. Das wir zwei Jahre nicht zu Hause waren und alle vermissten, ist wohl mit der Wichtigste. Aber eben auch, dass wir bei Doreen und Sebastian auf der Hochzeit tanzen könnten (innerlich hatte ich mich von der Möglichkeit vor Monaten schon verabschiedet).

Den nächsten Tag wurde dann der Schlachtplan ausgearbeitet und der war taff.
Nachdem wir alle möglichen Probleme, die Einreisen, Covid und Visas so mit sich brachten, gecheckt hatten, wurden die Flüge für die nächste Woche gebucht. Wir können wohl sagen, dass es die teuersten Tickets unseres Lebens waren, aber die Freude nach Hause zu fliegen machte das irgendwie halb so schlimm.

Nach einem kurzen Chaos mit auf den falschen Tage gebuchten Rückflügen – aus dem uns zum Glück Mama und eine einmalige kostenlose Umbuchung dank Covid raushalf – stand das grobe Gerüst.
Am 19.06. würde es inklusive Katze nach New York City gehen. Nach da wollten wir, da die Stadt mit kostenlosen Covid Impfungen für Touristen warb. Zu diesem Zeitpunkt war es immer noch unmöglich eine Impfung in Deutschland zu bekommen. Wenn wir dann schonmal da waren, würden wir Hannos 30 feiern und da es mein erstes Mal in New York war, würden wir uns dann auch noch die Stadt ansehen.
Am 27.06. ginge es dann weiter via Nachtflug bis nach Amsterdam, wo Mama und Papa uns abholen würden.

Also verabschiedeten wir uns von Jaro und traten den Rückweg die Küste wieder hoch bis nach Cancun an. Die Tage waren anstrengend und lang, denn gerade die Reise mit Chico barg so seine Herausforderungen. Wir kämpften uns durch die Dokumente der EU und die von Mexico. Es ging zum Tierarzt zum Checkup und für ein Gesundheitszertifikat, dann musste eine Tasche her, die in die Kabine passt und die Zubuchung für die Katze in der Kabine musste bezahlt und doppelt gecheckt werden.

Dann gings um Hanno und seine Panik vor einem positiven PCR-Test (zu diesem Zeitpunkt hätten wir für Amsterdam einen negativen PCR-Test gebraucht und wir waren immer noch nicht sicher, ob Hanno nicht mal Covid hatte und eventuell damit Langzeit-positiv wäre). So fuhren wir insgesamt dreimal zum Testen. Antibody, PCR und zu guter Letzt noch der Antigen-Test, den ich dann auch machte um in den Flieger in die USA zu dürfen. Zum Glück alle negativ. Dem Flug stand somit nix im Weg.

Ein weiterer Grund für Heimat war das Besorgen und Mitnehmen von Ersatzteilen. Also wollten wir eine Inventur machen, damit wir wussten, was wir bereits in Bruno haben. Nur das Wetter spielte nicht mit und die komplette Woche regnete es durchgehend. Am Ende bekamen wir die Inventur hin, aber mittlerweile leckte es an diversen Stellen an Bruno und das Wasser lief teilweise im Strahl in die Wohnkabine. Wir bauten mal wieder Töpfe und Schüsseln auf und besorgten eine Plane und eine Einkaufswagenladung voll Entfeuchter. Das Bruno in dem Monat ohne uns weggammeln würde, war bei dem Wetter leider mehr als realistisch.

Weiter ging es mit der Suche eines Platzes für Bruno. Wer uns länger schon verfolgt oder kennt, weiß, dass Bruno unser ein und alles ist und eigentlich auch unseren kompletten Besitz beinhaltet. Das ist was anderes als mal gerade seinen Wagen abzustellen. Wir stellten Wagen und Haus ab und wollten uns sicher sein, dass wir uns damit wohlfühlten.
Zum Glück fanden wir Nathan, der uns gegen Geld erlaubte Bruno vor seine Villa zu parken. Da war er in bester Gesellschaft mit anderen Campern und das Vertrauen war da. Beruhigt konnten wir Bruno also in die Plane hüllen, unsere Siebensachen packen (inkl. Rucksack mit den Weihnachtsgeschenken, die ja leider nicht per Post raus sind) und die Entfeuchter aufstellen.

Am Tag vor Abflug mussten wir dann noch zum Flughafen und „das gelbe Telefon“ suchen. Hört sich nach einem Witz an, war aber ernst gemeint. Als wir es dann endlich gefunden hatten, konnten wir damit den obersten staatlichen Tierarzt anrufen und der Beamte füllte über eine geschlagene Stunde Dokumente für Chico aus. 10 Seiten Kram, wo nix falsch sein darf, damit der Import in die EU reibungslos klappt. Dazu noch Exportpapiere für Mexico. Ganz ehrlich, uns ging ganz schön die Muffe, dass wir irgendeinen Zettel nicht haben, irgendwo eine Anmeldung vergessen hatten, eine Unterschrift von irgendwem fehlte oder irgendwas doofes falsch gemacht hatten. Konsequenz wäre eine Quarantäneverwahrung oder sogar die Einschläferung des Tieres. Die Nacht vor unserem Abflug schlief ich äußerst schlecht.

Morgens waren wir so aufgeregt, dass der Abschied von Bruno ziemlich zu kurz kam. Am Flughafen gings dann erst mal wieder auf die Suche nach einem weiteren Gelben Telefon. Der Tierarzt musste seine letzten Unterschriften geben und checken, dass Chico reisetauglich ist. Wir dachten, dann hätten wir das Gröbste hinter uns. Pustekuchen. 3 geschlagene Stunden standen wir an der Gepäckabgabe an (wir waren schon extra 4 Stunden früher am Flughafen), wurden gedrängelt und gedrückt, mussten plötzlich noch zur Immigration unsere Touristenkarten abgeben, irgendwelche Fragebögen zu Covid ausfüllen und verpassten so fast den Flieger. Richtig großes Chaos da im Terminal.

Wir rannten durch den Securitycheck und uns blieb nichtmal Zeit uns darüber aufzuregen, wie grob sie dort mich Chico umgingen. Der war mittlerweile ziemlich aufgehitzt und durchgeschüttelt in seiner Tasche, aber uns blieb nicht eine Minute um ihn nochmal rauszulassen. Schon saßen wir im Flieger und zu Recht klagte uns Chico in Dauerschleife die kompletten 4 Stunden sein Leid. Das einzige was half, war die Tasche auf den Schoß zu nehmen und ih zu streicheln. Wir fühlten uns unendlich schlecht. Wir wussten worauf wir uns einließen und ihr könnt uns glauben, dass wir alle erdenklichen Möglichkeiten durchgegangen sind um Chico das zu ersparen. Die Angst war zu groß, dass Covid uns die Rückreise nicht möglich macht und der kleine Kerl irgendwo ohne uns hockt. Katzensitter gab es so gut wie keine, da Katzen keine Haustiere in Mexico sind. Und der kleine Kerl heult ja schon seine Aufpasser voll (sorry Jaro) wenn wir nur mal einen Vormittag tauchen sind. Wie er sich dann einen Monat lang bei fremden Menschen verhalten würde, wollten wir uns gar nicht ausmalen.

Dann war es fast geschafft. Landeanflug auf den JFK in New York. Wir waren fertig und Chico war fertig und wir beteten, dass die Immigration für uns und das Importieren von Chico zügig und ohne Komplikationen funktionierte.

2 Gedanken zu „Tag 711-726 | Playa del Carmen, Tulum, Balsam Nah, Mahahual, Chemujil, Punta Morelos, Isla Blanca, Cancun, Quintana Roo, Mexico

  1. Danke vielmals, wieder sehr interessant zu lesen. Darf Bruno nicht nach Belize rein wegen Covid-19 Restriktionen, wegen Alter – oder was war der genaue Grund.
    Hoffe, die Zeit mit Familie und Freunden zu Hause hat gutgetan.
    Liebe Grüsse, C.

    1. Ja genau, wegen covid. Touristen dürfen seit 31. Mai wieder einreisen, ausländische Autos aber nicht.
      Zu Hause war es super toll!

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