Tag 994-1001 | Guacamayas, Güicán, Corralitos, Hacienda Esperanza, Laguna Grande, Pupito del Diabolo, El Cucoy, Boyacá, Kolumbien

Tag 994-1001 | Guacamayas, Güicán, Corralitos, Hacienda Esperanza, Laguna Grande, Pupito del Diabolo, El Cucoy, Boyacá, Kolumbien

Nach endlosen Kilometern auf unbefestigter Straße und ein paar Nächten in kleinen Haltebuchten am Straßenrand kamen wir endlich in Güicán an.

Erster Akt war dann der Besuch im Visitor Center des Nationalparks El Cucoy. Der Park befindet sich auf 4000-5000 m über Null und dank Konflikten mit den Ureinwohnern und dem Staat gab es ganz schön viele Auflagen zusätzlich. Dazu gehörte leider ein obligatorischer Guide, der Nachweis einer Versicherung die einen im Notfall auch über 4000 m birgt und das schauen eines Einweisungsvideos zu den Wanderungen. Das Ganze nahmen alle Beteiligten ziemlich ernst und wir scherzten schon, dass sie das ganze mit einer Expedition auf den Mount Everest verwechselten. Umso trauriger und typisch zugleich ist dann die Nachlässigkeit mit der unsere Daten in die Anmeldung übertragen wurden. Auf unseren Kreuzen am Wegesrand hätte also Tobias, Sarah und Kerstin Deutsch und Hanno Aachen gestanden. Da haben wir ja Glück gehabt, dass wir da heil wieder rausgekommen sind.

In Güicán machten wir dann die erste Wanderung zur Akklimatisation. Auf 3000 m über Null fiel uns das Atmen aber dann doch noch sehr leicht und wir waren guter Dinge, dass wir am nächsten Tag die nächsten 500 m aufsteigen konnten.

Nach unserer kleinen Wanderung schauten wir noch der Osterprozession des Dorfes zu und suchten nach Essen. Am Ende landeten wir in einer Art Kantine und aßen das Menü des Tages inklusive Kartoffelsuppe. Gar nicht mal so übel. Den Abend verbrachten wir dann mit dem Auslesen der Dashcam. Sehr viele Menschen hatten während unserer Abwesenheit Spaß mit Bruno gemacht und wir können nur feststellen, dass unser blaues Monster in diesem Land wieder besonders beliebtes Fotomotiv ist.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter den Berg hoch. Bruno rauchte ganz schön vor sich hin und brauchte gefühlte Ewigkeiten um warm zu werden. Am Ziel angekommen machten Hanno und ich Frühstückspause und Tobi und Sarah Mittagspause bevor es auf die nächste Wanderung ging. Wir liefen in ein schönes Tal voll Páramo. Páramo ist eine baumlose alpine Vegetationsform die nur über 3500 m über Null vorkommt und uns nach wie vor ziemlich begeistert. Die Rosettenstauden erinnern uns an Yoshua Trees, sind aber gleichzeitig doch total anders.

Dank Tobis hervorragenden Navigationsskills konnten wir einen schönen Rundweg laufen und kamen zur Dämmerung wieder bei den Autos an.

Dort gabs heißen Kakao und wir schauten den Sonnenuntergang bis es uns zu kalt wurde. Nach sehr sehr langer Zeit war dann die Heizung nochmal in Betrieb und wir machten es uns gemütlich.

Am nächsten Vormittag machten wir noch eine weitere Akklimatisierungswanderung und liefen eher etwas ab der Wege bis zum Wasserfall, den wir am Vortag schon gesehen hatten. Auf dem Weg knackten wir dann auch das erste Mal die 4000 m über Null und freuten uns, dass es uns allen gut ging.

Nachmittags gings dann weiter zum Startpunkt der ersten Wanderung und wir aßen in der Hacienda Esperanza ganz traditionell zu Abend. Kartoffelsuppe, Arepas (Maisfladen mit Käse), Hähnchen, Reis, Salat und dazu heißes Rohrzucker-Wasser.

Leider hat mich die Höhenkrankheit dann doch noch erwischt und die Nacht war ziemlich bescheiden. Mit Ibuprofen ließ es sich aushalten, aber meine Kondition ließ zu Wünschen übrig. Ich quälte mich hinter dem Rest der Truppe zur Lagune rauf.
Alle Wanderungen im El Cocuy Nationalpark sind als schwer eingestuft und ich denke auch zurecht. Wenn einen nicht das stetige Berg auf fertig macht, dann die Höhe. Nach 4 langen Stunden kamen wir dann oben auf 4600 m an der Laguna Grande an und wurden zum Glück mit Sicht auf den Gletscher belohnt. Es fing an zu schneeregnen und wir aßen zu Mittag, bevor wir eine weitere Schicht überwarfen und den Rückweg antraten.

Der Rückweg zog sich wie Kaugummi und ich glaub wir waren alle froh, als wir wieder bei den Autos waren. Nach einer heißen Dusche ging es mit den Autos zum Startpunkt der nächsten Wanderung.

Wir hatten einen Tag Pause eingeplant und dank Dauerregen und auch mal Hagel verbrachten wir den Tag im Auto. Mir ging es leider schlechter als gedacht und ich wurde die Kopfschmerzen nicht mehr los. Unser Schlafplatz war auf 4000 m und scheinbar machten die 500 m mehr mich nun richtig krank. Ich entschied, die zweite Wanderung auszusetzen, auch wenn es schade war.

Tobi, Sarah und Hanno starteten dann mit unserem Guide wieder zu Sonnenaufgang gegen 6 Uhr und Chico und ich machten es uns im Auto gemütlich. Der Wanderweg zum El Pulpito del Diabolo ist noch ein bisschen steiler und am Ende landeten die drei am Gletscher auf 4800 m Höhe. Alle fühlten sich fit und Nachmittags kamen sie gut gelaunt von ihrer Wanderung zurück.

Ich war dagegen einfach nur froh, dass wir endlich wieder vom Berg kamen und wir nach einem kurzen Stop in El Cucoy auf 2500 m runter fuhren. Mir ging es gar nicht gut.

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