Tag 805-811 | Lago Coatepeque, Vulkan Santa Ana, San José la Majada, Santa Ana / Ruta de las Flores, Ataco, Ahuachapán / La Palma, Chalatenango, El Salvador

Tag 805-811 | Lago Coatepeque, Vulkan Santa Ana, San José la Majada, Santa Ana / Ruta de las Flores, Ataco, Ahuachapán / La Palma, Chalatenango, El Salvador

Unsere letzte Woche in El Salvador war angebrochen. Dadurch, dass wir für die Länder Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua nur insgesamt 90 Tage VISA bekommen, stieg langsam der Stress. 50 Tage waren nämlich schon rum.

Wir fuhren Offroad bis zum Lago Coatepeque und bekamen tiefen Einblick in das ländliche Leben. Unser Weg führte uns durch abgelegene Dörfer ohne Strom- und Wassernetz und durch die unendlichen Weiten der Kaffeeplantagen. Insgesamt eine wunderschöne Fahrt. Ob wir schneller waren als den normalen Weg mit mehr Kilometern über den Highway zu nehmen, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Nachmittags kamen wir dann am Lago an und fanden einen ganz schönen Stellplatz am Ende des Ortes Congo.
Hier richteten wir uns für 2 Tage ein. Chico verklickerte den drei Hunden wer der Boss ist und Hanno arbeitete im Schatten der Bäume.
Am ersten Tag hatten wir noch gutes Wetter und der See lud zum baden ein. Am zweiten Tag hatten wir leider weniger Glück und es regnete von Mittags an durchgehend bis in die Nacht. Damit war es auch beschlossene Sache, dass wir am nächsten Tag weiter fahren würden, denn die Laptops hatten unsere Batterien ziemlich leer gesaugt.

Wir fuhren weiter bis zum Santa Ana Vulkan. Auf dem Weg hatten wir nochmal wunderschöne Aussichten über den Lago Coatepeque und auch unser Stellplatz an einem Hotel konnte mit einem tollen Ausblick punkten. Ansonsten war das Parken am Hotel nur Mittel zum Zweck. Das Streetfood an der Straße war kein Highlight und auch die Badezimmer waren kein Genuss. Vom Hotel starteten die Touren auf den Vulkan und somit hatten wir die beste Ausgangsposition um uns an die frühste Tour am Morgen dranzuhängen.

Unser Plan ging auf und gegen halb 8 starteten wir mit Guide und 4 Amerikanern die Wanderung zum Vulkankrater. Unser Guide war der unfitteste Teilnehmer der ganzen Gruppe. Ein ziemliches Armutszeugnis. Naja. Der Weg war gut ausgeschildert und wenig anspruchsvoll und so liefen wir am Ende vor. Nach dem Acatenango-Aufstieg kann uns wohl nicht mehr so viel schocken. Nach knapp 1,5 Stunden waren wir oben und blickten in das krasse Türkis des Kratersees. Wahnsinn. Wir hatten Glück, eine gute Stunde später zogen Wolken auf und verhüllten einem die komplette Sicht in den Krater und auch zu den Nachbarvulkanen Izalco und Marcelino. Außerdem waren wir eine von zwei kleinen Gruppen am Vulkan gewesen und es gab genug Gelegenheit für jeden Fotos zu machen und ein bisschen rumzulaufen. Für uns ging es also wieder runter. Auf dem Weg trafen wir bestimmt hundert einheimische und ausländische Touristen in riesigen Gruppen die ordentlich schnaufend den Berg hoch wanderten. Da waren wir nochmal doppelt froh, dass wir uns für die frühste Tour entschieden hatten.

Zurück an Bruno verabschiedeten wir uns vom Rest der Truppe und fuhren weiter zur Ruta de las Flores. Es gab wieder kleine krickelige Straßen auf dem Navi und da der Highway drei mal mehr Kilometer zählte, versuchten wirs nochmal übers Hinterland. Die Strecke war hart und echt nicht ohne. Chico kotzte und ich klammerte mich an den Sitz. Nach 10 km war Ende. Wir kamen an ein steiles Stück an dem wir uns nicht sicher waren ob wir im Notfall nochmal hochkämen. Auch ein Anwohner riet uns davon ab weiter zu fahren, da die „Straße“ eher noch schlechter wurde. Also drehten wir widerwillig um und nahmen den Highway.

Wir hielten dann im Ort San José la Majada an einer Ranch. Im Café gabs erst mal Brownies und Apfelkuchen mit Vanilleeis. Hmmmmm.
Kurz darauf gesellte sich Alvaro, der Sohn des Besitzers zu uns. Er lud uns ein solange wie wir möchten auf der Ranch zu campen – kostenlos. Außerdem quatschten wir eine ganze Weile über sein Tourismus-Studium in Argentinien und seinen Aufenthalt in Deutschland. Alvaro hatte vor einigen Jahren die Idee aus der Farm seiner Eltern einen Erlebnispark zu machen, das hatte er in Bayern irgendwo gesehen. So kann man beim Füttern und Melken helfen, es gibt Kettcars und einen Spielplatz, Ponyreiten und jede Menge Farmtiere, lokale Erzeugnisse wie Honig und Käse werden verkauft und es gibt ein Restaurant. Alles ziemlich cool gemacht und die Menge an Leuten spricht für den Erfolg des Konzeptes.

Eh wir uns versahen, saßen wir dann mit Alvaro in seinem Pickup und es ging Offroad den Berg hoch. Der Pickup kam an seine Grenzen und wir waren froh, dass wir am Vormittag mit Bruno umgekehrt waren. Das wäre nämlich zufällig genau unsere Strecke gewesen. Puh. Nach einigem Schlittern, durchdrehenden Reifen und fiesen kratzenden Geräuschen die vom Unterboden kamen, waren wir da. Alvaros kleines Deutschland. Ein Auwanderer hatte sich hier Weideland gekauft und wenn wir es nicht besser gewusst hätten, hätten wir es echt mit zu Hause verwechseln können.

Wieder zurück an der Ranch fing es an zu regnen. Wir parkten Bruno auf der Wiese und luden Alvaro noch auf eine Camper-Tour und ein Bier ein. Wir sprachen viel über El Salvadors Historie und die Politik und was gut und was schlecht läuft. Er empfahl uns Filme und Artikel. Das war echt interessant. Am Ende zeigte er uns dann noch seine Knarre, die in seinem Hosenbund steckte. Hups, damit hatten wir nicht gerechnet.

Er erklärte uns, dass jeder über 18 eine Waffe haben darf, das man einen Ausweis hat und das es noch sehr üblich ist diese Tag und Nacht bei sich zu tragen. El Salvador wirkt so freundlich und friedlich, da vergisst man schnell, dass es noch immer große Bandenkriege gibt, die Mordrate und Korruption hoch ist und El Salvador zu einem der gefährlichsten Länder der Welt zählt. Auch die Armut im Land ist nicht zu unterschätzen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und die Bildung der Leute ist niedrig.
Seit 2018 ist es ruhiger und sicherer im Land geworden und wir fühlten uns hier immer Willkommen und absolut sicher.

Am nächsten Morgen ging es dann auf die Ruta de las Flores. Die ist berühmt und sehr touristisch und im Nachhinein wissen wir immer noch nicht so recht, was wir davon halten sollen. Uns hats nicht so gefallen. Ataco der Ort soll eins der Highlights sein. Wir fanden es aber eher anstrengend und eng. Überall wird man von Verkäufern belagert und die Preise sind hoch. Zusätzlich werden hier immer wieder Autos aufgebrochen und wir saßen eher unruhig vor unseren schlechten hausgemachten Limonaden. Also gings zurück zu Bruno und weiter bis zu den heißen Quellen.
Wir dachten wir gönnen uns eins der Freibäder, wo man auch Campen kann und chillen was im warmen Wasser. Leider lehnte das erste Freibad das Campen auf dem Parkplatz ab und das zweite wollte unverschämt viel Geld. Kein Verhandeln möglich.
Also schauten wir uns nur die blubbernden Matschbecken an und fuhren weiter bis nach Ahuachapán. Hier kamen wir an einem Hotel unter und bekamen sogar einen Zimmerschlüssel für Dusche und Toilette. Unsere Laune war schlecht und wir entschieden uns für Wohlfühlessen: Burger.

Abends trafen wir dann noch die Bewohner des Hotels (Chico war mal rübergelaufen Hallo sagen). Ein Fußballer aus San Luis Potosi, Mexico mit Frau und Kind.

Die Frau war sehr begeistert von uns und Chico und Bruno und so quatschten wir fast eine Stunde mit ihr.
Dann beantragten wir noch die Erlaubnis zu unserer Einreise nach Honduras online und gingen ins Bett.

Am nächsten Morgen hakten wir dann ToDos ab: Kopien für die Grenze machen, Postkarte für Papa abschicken, T-shirts für Hanno kaufen, Trinkwasser auffüllen und Parasitenmittel für Chico besorgen.

Dann gings auf unsere letzte Fahrt durch El Salvador. Auf dem Haupthighway des Landes fehlten an diesem Tage alle Gullideckel. Der Erste Gulli ohne Deckel ließ uns ganz schön zusammenzucken. Selbst Brunos Reifen wären da wohl nicht heile rausgekommen. Verrückt. Da konnte wohl jemand Stahl gebrauchen.

Nachmittags kamen wir in La Palma an und schliefen auf dem Parkplatz eines Hotels. Die Besitzer waren super nett und einverstanden, dass wir konsumieren und dafür übernachten dürfen. So gab es ein letztes Mal salvadorianische Quesadillas und salvadorianisches Bier.

Am nächsten Morgen gings dann nach einem schnellen Frühstück an die Grenze. Auf ins nächste Chaos!
Eins ist sicher, nach El Salvador werden wir wohl nochmal reisen.

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