Tag 933-944 | Pedasí, Guanico, Cambutal, La Angostura, Los Santos / Parita, Herrera, Panama

Tag 933-944 | Pedasí, Guanico, Cambutal, La Angostura, Los Santos / Parita, Herrera, Panama

Wie ihr euch denken könnt, fuhren wir mit schlechtem Gefühl und jede Menge Zweifeln aus der Stadt. Ob die die Container Räder jemals fertig bekommen, stand in den Sternen. Dazu tickte unsere Uhr und immer wieder suchten wir nach Plan B, C und D, welcher uns aus der Abhängigkeit von Alejandro bringen würde, falls unser Visum auslief. Frustrierend.

Da aber ja erstmal für minimum eine Woche nix passierte, versuchten wir das Beste draus zu machen. Es ging also 350 km raus aus Panama Stadt bis ins Örtchen Pedasí. Dort kamen wir im Dunkeln bei Dennis, einem Belgier, am AirBnB an und schliefen auf dem Parkplatz. Am nächsten Morgen ließen wir es gemütlich angehen und frühstückten im Café. Der Kaffee war phänomenal, die Brüsseler Waffeln eher eine Enttäuschung. Na gut. Wir hatten entschieden bei Dennis in der nächsten Woche für zwei Tage einen umgebauten Schiffscontainer zu mieten, in dem Hanno seine finalen Bewerbungsgespräche für einen sehr spannenden Job ab September führen würde.

Aber erst mal gings Surfen. Wir klapperten diverse Strände auf der Route bis Cambutal ab und blieben letztendlich in Playa Guanico hängen. Dank Allrad konnten wir direkt am Strand im tiefen Sand campen und wir machten es uns gemütlich. Im nahen Restaurant wurden wir herzlich begrüßt, es gab super leckere Meeresfrüchte und Fisch und der Kellner konnte vom ersten Tag an unsere Namen und vergaß sie auch nicht mehr. Super nett. Da das Restaurant nur am Wochenende auf hatte nutzten wir die Zeit und gingen zweimal Essen. Hmmmm. Klasse war, das deren Wifi bis zu Bruno an den Strand reichte und so konnten wir in Ruhe im Internet surfen, Fotos in der Cloud sichern und einiges organisieren. Hanno arbeitete und ich machte meine Online-Fortbildung. Zwischendurch wurde gesurft. Die Wellen waren perfekt. Wir trauten uns an immer größere Wellen und man konnte sie echt lang absurfen. Der Ausgleich zwischen Sport und Denken tut uns richtig gut. Wir merken, dass wir die Abwechslung echt brauchen. Nach mehreren Tagen nur in und um Bruno fällt uns doch die Decke auf den Kopf.

Dann gings zurück nach Pedasí und wir bereiteten den Container vor. Im Container gab es nur eine Garderobenstange und zwei Einzelbetten. Also bauten wir den Campingtisch auf und besorgten einen Stuhl. Wir checkten das Internet und die Datenverbindungen und Hanno bereitete sich noch inhaltlich auf die nächsten zwei Tage vor. Geschlafen wurde trotzdem in Bruno. Zu Hause ist es doch am schönsten 😉

Den Job bekam Hanno am Ende nicht, aber die Erfahrung war doch sehr lehrreich. Jetzt heißt es weiter schauen und Pläne schmieden. Vorteil ist, dass unsere Reise über September hinaus noch weitergehen darf und wir nicht in zeitlichen Stress geraten, wenn wir noch bis nach Argentinien wollen und auch nochmal zu Hause vorbei schauen.
Auch wenns mit dem Job nicht geklappt hat, hat Kanada für uns eine Tür (zumindest den ersten Spalt) geöffnet, denn wir haben beide die Einladung bekommen uns für eine Arbeitserlaubnis zu bewerben. Damit könnten wir legal ein Jahr in Kanada arbeiten. Mal schauen ob es klappt und wir am Ende auch noch wollen. Wir haben gerade wieder unendlich viele unterschiedliche Pläne, wie es weiter gehen kann.

Und zu Hannos Job sagen wir jetzt einfach, dass Dennis schuld ist. Mitten im Interview ist nämlich Oliver (das Schwein) ausgebüxt, wurde von Josh (dem Hund) gejagt und der wiederum wurde von einem brüllenden Dennis verfolgt. Wie kann es anders sein, genau vor dem Container in dem Hanno saß. Herrlich. Nach den Bewerbungsgesprächen probierte sich Hanno dann noch durch die belgischen Biere die Dennis so braut und war begeistert. Genau sein Fall und so blieb es am letzten Abend auch nicht nur bei einem.

Nach den zwei Tagen bei Dennis ging es dann wieder nach Guanico. Vorher machten wir einen Abstecher nach Cambutal, dort fehlte aber das Internet um unsere Verschiffung vorzubereiten und Ersatzteile aus Europa zu bestellen. Also machten wir dort nur eine Mittagspause und fuhren wieder an unseren altbekannten Platz.

Wir telefonierten mit Jaro und legten unseren Verschiffungstermin fest. Der 11.03. sollte es werden. Wir sprachen alles ab und hofften, dass unsere Container Räder bis dahin fertig sind und das Paket mit unter anderem Bremsscheiben, ankommen würde. Jaro würde bis nach Cartagena segeln, wir mit Chico fliegen.

Der Swell war für Surfen leider nicht geeignet in den zwei Tagen die wir noch in Guanico waren, dafür reparierten wir unser Hochdach nochmal und hofften, dass es jetzt den Rest der Reise durchhält. Zu Hause muss definitiv ein Neues her!

Nach 10 Tagen Funkstille hörten wir dann auch endlich nochmal von Alejandro. Am Montag oder Dienstag sollte der neue Prototyp fertig sein. Für uns hieß das also wieder ein langer Trip zurück. Wir aßen ein letztes Mal im Restaurant in Guanico unsere Lieblingsgerichte und machten uns am nächsten Tag auf den Weg zurück. Die 10 Tage hatten stressbedingt richtig auf meine Gesundheit geschlagen. Ich hatte einen steifen Nacken und jede Bodenwelle und zu schnelle Bewegung taten sau weh. Am Ende halfen nur Schmerztabletten und ruhigstellen.

Wir fuhren durch die Berge und hielten Mittags noch in La Agostura, wo wir die Schlucht erkundeten und noch eine Runde schwimmen gingen. Sehr schöne Abwechslung zum Meer. Wir kletterten bis tief hinein und trauten uns in das sehr kühlen Wasser. Ein kleiner Geheimtipp dieser Ort und wenn wir Zeit gehabt hätten, wären wir definitiv mit Bruno aufs Flussbett gefahren und hätten eine Nacht dort verbracht.

Leider war mein Nacken noch schlimmer geworden und so schafften wir es nur bis in den Ort Parita, wo wir für die Nacht an einer Tankstelle hielten. Nach kalter Pizza, einer Miniportion Hägen Dazs Eiscreme und einem Liter Cola waren wir durch für den Tag und für mich ging es mit Schmerztabletten ins Bett. Wir hatten echt keinen Bock auf Panama Stadt, aber plötzlich wurden unsere Problemchen hier nichtig und klein. In den Nachrichten kamen die ersten beunruhigenden News zum nahenden Krieg in der Ukraine. Wir entschieden Bruno noch in der Nacht voll zu tanken, wer weiß was kommen würde. Nie war Krieg so nah für uns gewesen und es ist schrecklich dabei zu zu Sehen, wie ein Irrer unsere komplette Heimat, Europa, in Gefahr bringt. Wir kämpfen weiter mit der Ohnmacht, die diese Ereignisse mit sich brachten und weiterhin bringen. Uns fehlen die Worte.

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