Tag 495-500 | Mazatlán, Teacapan, Sinaloa, Mexico

Tag 495-500 | Mazatlán, Teacapan, Sinaloa, Mexico

Gegen halb 10 morgens rollten wir mit Bruno von der Fähre und auf mexikanisches Festland. Mazatlán begrüßte uns mit Sonne, Hitze aber auch einer leichten Brise.
Wir fuhren auf direktem Wege bis zum Stadtteil Zona Dorada, wo wir unser im Vorraus gebuchtes Hostel suchten. Mehr als einmal waren wir froh, dass Bruno nicht größer oder breiter war. Die Gässchen hier sind definitiv noch eine Spur enger als wir es von der Baja gewöhnt waren. Ab jetzt müssen wir nicht nur auf Engstellen und Topes (künstliche Hügel zur Geschwindigkeitreduzierung) auf der Straße achten sondern auch auf tief hängende Stromkabel die kreuz und quer über der Straße baumeln.

Im Hostel angekommen staunten wir nicht schlecht über die wohlhabende Nachbarschaft. Unsere Camper standen nun zwischen den neusten Luxusmodellen von Audi, BMW und Lamborghini. Das machte uns den Einzug in einen 6 Betten Schlafsaal definitiv einfacher. Auch die Katzen Aimee und Chico durften mit einziehen und freuten sich über einen klimatisierten Raum und 3 Hochbetten auf denen man sich wunderbar jagen kann. Sie machten die drei Hostelnächte zum Tag und tyrannisierten ihre schlafenden Dosenöffner.
Das Hostel war echt nett mit Pool und Dachterrasse und die Gastgeber auch super entspannt und freundlich. Sie waren total fasziniert davon, dass wir mit Katzen reisen und machten dauernd Fotos.

Nach einer kleinen Siesta zogen wir dann zu viert Richtung Malecón (Uferpromenade) und hofften, dass die zwei Fellnasen nicht den Schlafsaal zerlegen.
Wir hatten wenig erwartet von Mazatlán und waren jetzt wirklich positiv überrascht. Echt eine schöne Stadt! Nach ein bisschen ziellosem Rumgewander knurrte uns allen der Magen und wir fanden ein schönes Restaurant an einer Lagune mit Schildkröten und lustigen Vögeln. Frisch gestärkt deckten wir uns noch mit Bier ein und wohnten der Halloween Party im Hostel bei. Als die Truppe um 23 Uhr zur ersten Bar zog, verabschiedeten wir uns ins Bett. Die Fährfahrt hatte uns doch etwas mehr geschafft.

Am nächsten morgen gabs volles Programm. Willow und Lee haben Fahrräder mit und zogen damit los. Wir liefen bis zum Malecón und schnappten uns ein Tucktuck. Das ist echt witzig, denn es sind anders als in Asien keine Rollergespanne sondern VWs. Um genau zu sein der VW Typ 181, auch „The Thing“ genannt. Wir hatten Spaß und brausten Richtung Leuchtturm. Der ist der am zweithöchsten gelegene Leuchtturm der Welt (nach dem von Gibraltar) und das hieß für uns eine halbe Stunde Berg auf und dann noch über 330 Stufen hoch. Schwitzig.
Der Leuchtturm selbst ist ziemlich unspektakulär, die Aussicht dafür umso schöner.

Danach gings für uns in die Altstadt auf den Plaza Machado und zur Kathedrale. Hier entdeckten wir schon die ersten Vorboten für den Dia de los Muertos. Wir hatten entschieden diesen noch in Mazatlán zu feiern, da wir danach aufs Land fahren wollten und wir da sonst nix mitbekommen würden.
Wir probierten noch das traditionelle süße Brot „Pan de Muerto“, was eigentlich lecker war aber leider Orangeat beinhaltet (sind wir kein Fan von).

Auf dem Weg zurück zum Hostel gings noch bei den Klippenspringern vorbei, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie ziemlich riskant von einem Turm zwischen Klippen ins Meer springen.

Als es dann dunkel wurde gönnten wir uns ein Uber für süße 3 Euro und ließen uns zurück zum Hostel fahren.

Hier bestellten wir Sushi (Luxus des Stadtlebens) und machten Popcorn. Dann gings auf die Dachterrasse. Wir bauten den Beamer auf und schauten den Disney Pixar Film Coco auf Spanisch mit englischen Untertiteln (absolute Filmempfehlung unsererseits). Spätestens nach dem Film waren wir alle richtig aufgeregt und freuten uns auf den Tag des Todes am nächsten Tag. Wir sprachen viel über diesen Brauch und seine Bedeutung und finden die Idee einfach wunderschön. Wir haben uns fest vorgenommen ein paar der Elemente mit nach Hause zu nehmen. Ab jetzt werden wir diesen Tag feiern an dem unsere verstorbenen Lieben für einen Tag zu uns zurück auf die Erde kommen dürfen. Es ist schön zu sehen, dass dieser Tag hier mit Freude gefeiert wird und man nur an die schönen Dinge denkt, die man mit den Menschen verbracht hat. Es ist so viel Wahres dran an dieser Sichtweise, in der Erinnerung leben unsere Lieben doch wirklich alle weiter.

So kam der 02.11.20 und nach dem Tag, den wir mit Shopping verbrachten, ging es Abends mit dem Tucktuck wieder in die Altstadt. Es war alles so wunderschön geschmückt. Wir waren begeistert wie wunderschön die Altstadt im Dunklen aussieht. Die traditionelle Parade zum Dia de los Muertos durfte auf Grund von COVID nicht stattfinden und wir waren froh, dass wir trotzdem so viel sehen konnten.

Bei unserem Bummeln durch die wunderschönen Seitengassen platzten wir mitten in ein Fotoshooting und kamen so auch noch in den Genuss der traditionellen Kleider und Gesichtsbemalung.

Willow und Lee hatten die Klippenspringer am Vortag verpasst, also gings nochmal an den Malecón und es gab die besten Churros der Welt. Ich hatte mich schon lange drauf gefreut und es war schön zu sehen, wie stolz der junge Churros-Bäcker auf seinen Job war.


Nach einer weiteren Runde in der Altstadt gings dann wieder Richtung Malecón wo wir in einer ziemlich schäbigen Bar landeten und für ziemlich miese Margaritas unverschämt viel Geld zahlen mussten. Dann gings ein bisschen angetüddelt mit dem nächsten Tucktuck zurück zum Hostel. Nach einem letzten Bier auf der Dachterasse gings dann ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte es früh weiter gehen.

Also wurde ein Wecker gestellt und nach dem Frühstück wieder alles in die Autos geräumt. Nach dem Wasserauffüllen und Einkaufen ging es dann über die Schnellstraße Richtung Teacapan. Es dauerte nicht lange bis wir an einer von Zivilbevölkerung besetzten Mautstelle um 100 Pesos „gebeten“ wurden. Mit einem Lächeln und 50 ausgehändigten Pesos (2€) durften wir dann weiter fahren. Sagen wir mal so, wir sind auf solche Begegnungen vorbereitet und haben fleißig kleine Banknoten gesammelt und ein Fake-Portemonnaie. Trotzdem ist es für uns weiterhin komisch, dass selbst die Zivilbevölkerung hier bis an die Zähne bewaffnet sein kann, einem aber lächelnd und scherzend entgegen tritt. Im Endeffekt könnte man trotzdem sagen, dass es eine Win-Win Situation ist, denn die offiziellen Mautgebühren für diese Strecke wären 140 Pesos gewesen.

In Teacapan war der anvisierte Campingspot durch ein Tor blockiert und wir landeten am Ende an einem Restaurant am Strand. Der Besitzer war nicht da, kam aber, nachdem der Wachmann der benachbarten Baustelle (für ein Luxushotel?) Bescheid gegeben hatte, vorbei. Jesús war etwas irritiert aber nett und ließ uns umsonst auf dem Grundstück seines Restaurants schlafen. Wir luden ihn noch auf ein Bier ein bevor er wieder nach Hause fuhr. Den nächsten Tag verbrachten wir dann mit Routenplanung und Reifenrecherche und am nächsten Morgen ging es früh weiter Richtung Bundesstaat Nayarit.

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